Anlaufstellen in Deutschland - Stand: März 2026
Pressematerial zur freien redaktionellen Verwendung
Zentrale Anlaufstellen, die beraten, vermitteln und das deutsche Suchthilfesystem koordinieren.
| Organisation | Webseite | Kontakt | Schwerpunkt |
|---|---|---|---|
| Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) | dhs.de | +49 2381 9015-0 info@dhs.de |
Dachverband der Suchthilfe, Suchthilfeverzeichnis, vom BMG gefördert |
| Fachverband Medienabhängigkeit e.V. | fv-medienabhaengigkeit.de | Kontakt via Web | Spezialisiert auf Internet-, Gaming- und Pornosucht; Adressliste spezialisierter Kliniken |
| pro familia | profamilia.de | 069 26 95 77 90 kontakt@profamilia.de |
Sexualberatung, ca. 200 Beratungsstellen bundesweit, explizit auch bei Pornografiekonsum |
| Return - Fachstelle Mediensucht Hannover | return-mediensucht.de | 0511 898 44 44 info@return-mediensucht.de |
Älteste spezialisierte Fachstelle Deutschlands; Beratung, Diagnostik, Gruppenangebote |
Alle drei Gruppen bieten Online-, Telefon- und Präsenz-Meetings in Deutschland an.
| Gruppe | Webseite | Unterscheidungsmerkmal |
|---|---|---|
| Anonyme Sexaholiker (AS/SA) | anonyme-sexsuechtige.de Tel: +49 175 7925113 info@anonyme-sexsuechtige.de |
Strikteste Nüchternheits-Definition: kein Sex außerhalb einer Ehe, keine Selbstbefriedigung. Klare Struktur für Menschen, die Eindeutigkeit suchen. |
| Sex Addicts Anonymous (SAA) | saa-recovery.org | Flexibler Ansatz: Jedes Mitglied definiert eigene Nüchternheit per „Drei-Kreise-Modell" (innerer/mittlerer/äußerer Kreis). Offen für alle Orientierungen. |
| S.L.A.A. (Anonyme Sex- und Liebessüchtige) | slaa.de Tel: +49 69 678 309 05 (Mailbox) kontakt@slaa.de |
Erweiterter Fokus: Sexsucht + Liebessucht + Co-Abhängigkeit + romantische Besessenheit. Ideal bei Verflechtung von Sex- und Beziehungsproblemen. |
Offizielle Verzeichnisse für approbierte Psychotherapeuten und Fachkliniken mit Kassenzulassung.
| Portal | URL | Filter-Tipp für Journalisten & Betroffene |
|---|---|---|
| 116117.de (KBV) | 116117.de/de/arztsuche.php | Offizielles Verzeichnis aller Kassenärzte. Filter: Fachgebiet - „Psychotherapeutische Medizin", Umkreissuche. Auch telefonisch: 116117. |
| Psych-Info (BDP) | psych-info.de | Detaillierte Beschwerdebild-Filter. Suche nach „(F64-66) sexuelle Verhaltensstörungen" für spezialisierte Therapeuten. |
| DPtV Therapeutensuche | dptv.de/.../psychotherapeutensuche | Größter Berufsverband. Filter nach Kassen-/Privatpraxis, Therapieverfahren und spezifischen Störungsbildern. |
| Fachverband Sucht+ e.V. | sucht.de/einrichtungen Tel: 0228 261555 info@fv-sucht.de |
Klinik-Verzeichnis für stationäre/teilstationäre Behandlung. Filter: Indikation - „Pathologischer PC-/Internetgebrauch". |
Jede Landesstelle koordiniert lokale Beratungsstellen und kann an wohnortnahe Angebote vermitteln.
| Bundesland | Landesstelle | Webseite | Telefon |
|---|---|---|---|
| Baden-Württemberg | Landesstelle für Suchtfragen BW e.V. | lss-bw.de | 0711 61967-12 |
| Bayern | Koordinierungsstelle der bayer. Suchthilfe (KBS) | kbs-bayern.de | 089 54497184 |
| Berlin | Landesstelle Berlin für Suchtfragen e.V. | landesstelle-berlin.de | 030 3438916-0 |
| Brandenburg | Brandenburgische Landesstelle für Suchtfragen (BLS) | blsev.de | 0331 581380-0 |
| Bremen | Bremische Landesstelle für Suchtfragen (BreLS) | brels.de | 0162 2627755 |
| Hamburg | Hamburgische Landesstelle für Suchtfragen (HLS) | landesstelle-hamburg.de | 040 30386555 |
| Hessen | Hessische Landesstelle für Suchtfragen (HLS) | hls-online.org | 069 71376777 |
| Mecklenburg-Vorp. | Landeskoordinierungsstelle Suchtthemen MV (LAKOST) | lakost-mv.de | 0385 7851561 |
| Niedersachsen | Niedersächsische Landesstelle für Suchtfragen (NLS) | nls-online.de | 0511 626266-0 |
| Nordrhein-Westfalen | Suchtkooperation NRW | suchtkooperation.nrw | 0221 809-7794 |
| Rheinland-Pfalz | Landesstelle für Suchtfragen Rheinland-Pfalz | liga-rlp.de | 06131 224608 |
| Saarland | Saarländische Landesstelle für Suchtfragen e.V. | liga-saar.de | 06841 934850 |
| Sachsen | Sächsische Landesstelle gegen die Suchtgefahren (SLS) | slsev.de | 0351 8045506 |
| Sachsen-Anhalt | Landesstelle für Suchtfragen Sachsen-Anhalt (LS-LSA) | ls-suchtfragen-lsa.de | 0391 5433818 |
| Schleswig-Holstein | Landesstelle für Suchtfragen SH (LSSH) | lssh.de | 0431 657394-40 |
| Thüringen | Thüringer Landesstelle für Suchtfragen (TLS) | tls-suchtfragen.de | 0361 34649-0 |
Regionale Anlaufstellen mit Erfahrung bei Pornosucht/Sexsucht. Kein vollständiges Verzeichnis - die zuständige Landesstelle (siehe oben) vermittelt weitere wohnortnahe Angebote.
| Bundesland | Beratungsstelle | Kontakt | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Baden-Württemberg | Psychosoziale Beratungsstelle, Caritas Stuttgart | 0711 248929-10 suchtberatung@caritas-stuttgart.de |
Katharinenstr. 2b, 70182 Stuttgart |
| Bayern | Caritas-Fachambulanz für Suchtprobleme Amberg | 09621 4755-40 suchtambulanz@caritas-amberg.de |
Dreifaltigkeitsstr. 3, 92224 Amberg - expliziter Schwerpunkt Pornosucht |
| Berlin | Integrative Suchtberatung, Caritas Berlin-Mitte | 030 666 33 400 suchtberatung-mitte@caritas-berlin.de |
Große Hamburger Str. 18, 10115 Berlin |
| Brandenburg | Ambulante Beratungsstelle, AWO Potsdam | 0331 73040740 | Großbeerenstr. 187, 14482 Potsdam |
| Bremen | Fachambulanz Suchtprävention, Caritas Bremen | 0421 33573-0 | Georg-Gröning-Str. 55, 28209 Bremen |
| Hamburg | Lukas Suchthilfezentrum, Diakonie Hamburg | diakonie-hhsh.de | Standorte Altona, Eimsbüttel - Medienabhängigkeit eingeschlossen |
| Hessen | Sucht- und Drogenberatung, Caritas Fulda | 0661 2428360 suchtberatung@caritas-fulda.de |
Wilhelmstr. 10, 36037 Fulda |
| Mecklenburg-Vorp. | Ev. Suchtkrankenhilfe Schwerin | 0385 550 75 68 schwerin@suchthilfe-mv.de |
Mecklenburgstr. 97, 19053 Schwerin |
| Niedersachsen | Fachstelle Sucht, Diakonie Osnabrück | 05461 88298-0 suchtberatungsstelle.de |
Kirchhofstr. 6, 49565 Bramsche |
| Nordrhein-Westfalen | Fachambulanz Suchtprävention, Caritas Münster | 0251 53009-341 caritas-ms.de |
Josefstr. 2, 48151 Münster |
| Rheinland-Pfalz | Fachambulanz für Suchtkranke, Caritas Trier | 0651 145395-0 | Kutzbachstr. 15, 54290 Trier |
| Saarland | Psychosoziale Beratungsstelle, Caritas Saarbrücken | 0681 30906-50 | Johannisstr. 2, 66111 Saarbrücken |
| Sachsen | Suchtberatungsstelle, Stadtmission Chemnitz | 0371 4950280 suchtberatung@stadtmission-chemnitz.de |
Dresdner Str. 38b, 09130 Chemnitz |
| Sachsen-Anhalt | Suchtberatung, Der Paritätische Magdeburg | 0391 2536220 paritaet-lsa.de |
Weidenstr. 6, 39114 Magdeburg |
| Schleswig-Holstein | ATS Suchthilfezentrum Bad Segeberg | 04551 84 35 8 | Gartenstr. 17, 23795 Bad Segeberg - spezialisiert auf Medienabhängigkeit |
| Thüringen | Psychosoziale Beratungsstelle, SiT gGmbH Erfurt | 0361 2128080 sit-online.org |
Löberstr. 37, 99096 Erfurt |
Staatliche und unabhängige Portale mit evidenzbasierten Informationen.
| Institution | Webseite | Schwerpunkt |
|---|---|---|
| Bundesministerium für Gesundheit (BMG) | bundesgesundheitsministerium.de | Sucht- und Drogenpolitik, Vier-Säulen-Modell der Suchtprävention |
| Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG, ehem. BZgA) | bzga.de liebesleben.de |
Prävention, Gesundheitsaufklärung, Sexualaufklärung |
| gesundheitsinformation.de (IQWiG) | gesundheitsinformation.de | Unabhängiges, evidenzbasiertes Gesundheitsportal - wissenschaftlich geprüfte Informationen |
Ja. Die WHO hat 2019 in der ICD-11 die Diagnose „Compulsive Sexual Behaviour Disorder" (Zwanghafte Sexualverhaltensstörung) unter dem Code 6C72 eingeführt. Sie wird als Impulskontrollstörung klassifiziert. Deutschland wendet die ICD-11 seit 2022 offiziell an. Damit besteht ein klarer Anspruch auf professionelle Diagnostik und Behandlung. Im amerikanischen DSM-5 ist die Diagnose bisher nicht aufgenommen.
Die GeSiD-Studie (2022) liefert erstmals repräsentative Daten für Deutschland:
| Zeitraum | Männer | Frauen |
|---|---|---|
| Letzte 12 Monate | 3,2 % | 1,8 % |
| Lebenszeit | 4,9 % | 3,0 % |
Hochgerechnet sind das ca. 500.000 bis 1 Million Betroffene allein bei Pornosucht (Männer). Internationale Schätzungen liegen bei 3-10 % der Männer und 2-7 % der Frauen. Die Dunkelziffer ist hoch, da Scham viele davon abhält, Hilfe zu suchen.
Ja, unter bestimmten Voraussetzungen. Wird die Therapie von einer approbierten Psychotherapeutin oder einem approbierten ärztlichen Psychotherapeuten mit Kassenzulassung durchgeführt, übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen in der Regel die Kosten. Erstattungsfähige Verfahren:
Nicht-kassenzugelassene Angebote (Coaching, spezialisierte Online-Programme) werden nicht erstattet, bieten dafür keine Wartezeiten und keinen Eintrag in der Krankenakte.
Die ICD-11 definiert drei Kernkriterien, die mindestens 6 Monate bestehen müssen:
Die Häufigkeit allein ist kein Diagnosekriterium. Eine hohe Libido ohne Leidensdruck ist keine Störung.
Typische Warnsignale, die auf eine Störung hindeuten:
Eine Diagnose nach ICD-11 erfordert, dass die Symptome über mindestens 6 Monate bestehen und in mehreren Lebensbereichen funktionelle Beeinträchtigung verursachen.
| Therapieform | Evidenz | Kassenleistung | Wartezeit |
|---|---|---|---|
| Ambulante Psychotherapie (KVT, tiefenpsychologisch) | Gut belegt | Ja | Durchschnittlich 5 Monate |
| Stationäre Suchttherapie | Belegt | Ja | Wochen bis Monate |
| Selbsthilfegruppen (12-Schritte) | Langzeiterfahrung | Kostenfrei | Keine |
| Online-Programme mit Begleitung | Wachsend | Nein (Selbstzahler) | Keine |
Quellen: Metaanalyse Universität Heidelberg (2022), Deutsche Suchthilfestatistik (2023), European Journal of Digital Health Interventions (2023). Ergänzend werden teils Medikamente eingesetzt (SSRI, Naltrexon).
Rückfälle sind Teil des Prozesses und kein Scheitern. Sie liefern wichtige Erkenntnisse über individuelle Auslöser und unerfüllte Bedürfnisse.
Die Forschungslage hat sich seit der ICD-11-Aufnahme (2019) deutlich verbessert:
Die AWMF arbeitet an S3-Leitlinien für die Diagnostik und Behandlung zwanghafter Sexualverhaltensstörungen. Alle genannten Studien sind über PubMed zugänglich.
Alle drei Gruppen bieten Online-, Telefon- und Präsenz-Meetings in Deutschland an. Die Teilnahme ist kostenfrei und anonym.
Ja. Die Auswirkungen auf das Beziehungsleben sind oft erheblich. Folgende Optionen bestehen: