Sexsucht – in der Fachsprache oft als Hypersexualitätsstörung oder zwanghaftes Sexualverhalten bezeichnet – beschreibt ein Verhalten, bei dem sexuelle Fantasien, Impulse und Handlungen nicht mehr kontrolliert werden können. Dies führt bei den Betroffenen zu erheblichem Leidensdruck oder Beeinträchtigungen im Alltag. Wissenschaftlich wird intensiv diskutiert, ob es sich um eine Form von Verhaltenssucht, ähnlich der Spielsucht, oder eher um eine Impulskontrollstörung handelt. In der aktuellen internationalen Klassifikation der Weltgesundheitsorganisation (ICD-11) ist die „Compulsive Sexual Behavior Disorder“ (CSBD) offiziell als Impulskontrollstörung anerkannt.
Die Störung ist durch eine anhaltende Unfähigkeit gekennzeichnet, intensive sexuelle Impulse zu steuern. Dies führt über einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten zu repetitiven Verhaltensmustern, die negative Folgen für das Familien-, Sozial- oder Berufsleben haben. Eine moderne Ausprägungsform ist die Pornosucht, bei der das Internet die „Droge Sex“ rund um die Uhr verfügbar macht.
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Lange Zeit fehlten belastbare Daten zur Verbreitung von Hypersexualität. Neuere Studien wie die deutsche Gesundheits- und Sexualitätsbefragung (GeSiD) zeigen jedoch, dass Sexsucht eine ernstzunehmende und oft unterschätzte psychische Störung ist. Die Zahlen verdeutlichen, dass sowohl Männer als auch Frauen betroffen sind, wobei die Prävalenz bei Männern tendenziell höher liegt.
| Betroffene Gruppe | Erfahrungen im gesamten Leben | Betroffenheit letzte 12 Monate |
|---|---|---|
| Männer in Deutschland | 4,9 % | 3,2 % |
| Frauen in Deutschland | 3,0 % | 1,8 % |
| Internationale Schätzungen | 3,0 – 10,0 % | k.A. |
Für eine fundierte Diagnose ist entscheidend, dass die betroffene Person unter der Situation leidet und die Kontrolle über ihr Verhalten verloren hat. Während die American Psychiatric Association die Aufnahme in das DSM-5 zunächst ablehnte, hat die WHO die klinische Relevanz durch die Aufnahme in den ICD-11 bestätigt.
Wichtig ist die Unterscheidung zwischen einem ausgeprägten Sexualtrieb und einer pathologischen Sucht. Ein hohes Verlangen oder häufige einvernehmliche Sexualität stellen keine Störung dar, solange keine Selbstkontrollprobleme und keine negativen psychosozialen Folgen auftreten. Pathologisch wird es erst dann, wenn der Kontrollverlust das Leben dominiert.
Die Entstehung einer Hypersexualitätsstörung ist komplex und meist auf ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren zurückzuführen. Es gibt nicht die „eine“ Ursache, sondern oft eine Kombination aus biologischen und psychologischen Komponenten.
Zwanghaftes Sexualverhalten belastet nicht nur die Betroffenen, sondern oft massiv deren Partner und Angehörige. Geheimnistuerei und Vertrauensverlust führen häufig zu Krisen. Angehörige sollten sich folgende Fragen stellen, um die Situation einzuschätzen:
Es gibt wirksame Hilfsangebote, um die Kontrolle über die eigenen Impulse zurückzugewinnen. Ziel der Behandlung ist meist nicht die völlige Abstinenz von Sexualität, sondern die Etablierung eines gesunden, nicht-destruktiven Umgangs damit. Begleiterkrankungen wie Depressionen oder Angststörungen werden dabei konsequent mitbehandelt.
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