Pornosucht als Unternehmer: Thomas' Weg aus Sexsucht, Kontrollverlust & Fetisch-Druck

Inhaltsverzeichnis

Ich bin doch nicht suechtig! - Ein Einblick in die Welt von Sex- und Pornosucht

Heute nehmen wir euch mit in unseren Arbeitsalltag bei FreiVonX. Wir wollen euch eine Geschichte erzaehlen, die ans Herz geht und die vielleicht mehr Maenner betrifft, als man denken mag.

Es ist die Geschichte von Thomas (Name geaendert), einem Mann, der ein Unternehmen mit 25 Mitarbeitern fuehrt und Anfang des Jahres zu uns gefunden hat.

Der erste Schritt: Ein langes Zoegern

Der Weg zu uns war von Thomas‘ langem Zoegern gepraegt. Der Grund ist ein Satz, den wir sehr oft hoeren: „Ich bin doch nicht suechtig.“

Thomas spuerte zwar, dass er zeitweise die Kontrolle ueber seinen Konsum verlor, aber fuer ihn war es eben nur diese eine Sache, die er einfach nicht in den Griff bekam.

Bis zu dem Punkt, an dem sein Konsum sich schleichend immer weiter gesteigert hatte.

In einem unserer ersten Gespraeche fasste er seine Situation praegnant zusammen.

Er kannte die Spannungen in seiner Beziehung schon lange, doch durch sein Verhalten – das zunaechst kontrollierbar erschien – war ein neues, schwerwiegenderes Problem entstanden. „Ich habe gemerkt, dass es mit der Zeit immer extremer wurde“, erklaerte er uns.

Dieser innere Kampf, dieses Gefuehl des „Zerrissenseins“, zermuerbte ihn.

Auf der einen Seite der erfolgreiche Unternehmer, der sein Leben im Griff hat. Auf der anderen Seite dieser Teil von ihm, der sich in der Welt der Pornografie verliert.

Genau dieser massive Konflikt, der seine Partnerschaft schwer belastete, fuehrte ihn zu uns. Aus diesem tiefen Leidensdruck heraus formulierte er seinen Wunsch sehr klar: Er wollte „dieses Verlangen und auch die Gedanken daran an der Wurzel aufloesen.“

Thomas' Geschichte: Das Ganze geht schon mein halbes Leben so

Thomas berichtete uns, dass sein Pornografiekonsum ihn seit etwa seinem 15. Lebensjahr begleitet. Er schilderte anschaulich, wie sich ueber die Jahre alles veraenderte. Wie „normale Pornografie ploetzlich kein Interesse mehr weckte“ und er sich auf der Suche nach „haerterem Stoff“ wiederfand.

Die Rueckfaelle, so seine Worte, wurden „immer extremer.“ Er berichtete von „mega langen Sessions“, bei denen die Zeit – „eine halbe Stunde, eine Stunde, 2 Stunden“ – wie im Flug verging.

Ein „krankhaftes Sammeln“ von Inhalten begann, fuer die er auch auf Plattformen wie OnlyFans bezahlte.

Das Verlangen, so erzaehlte er uns, konnte so ueberwaetigend werden, dass es ihm „praktisch unmoeglich erschien, dem Drang nicht nachzugeben.“

Ein besonders auffaelliges Detail war seine „regelrechte Vorfreude“ auf Dienstreisen. Sie versprachen ihm ungestoerten Konsum – ein deutliches Zeichen dafuer, wie sehr die Sucht bereits seinen Alltag und sein Denken beherrschte.

Die geplatzte Bombe in der Beziehung

Thomas ist seit fuenf Jahren in einer festen Beziehung und inzwischen verlobt. Doch gerade diese Beziehung brachte den inneren Konflikt schmerzhaft an die Oberflaeche. Seine Partnerin hat ihn dreimal „erwischt“ – ein Moment, den er als „geplatzte Bombe“ beschrieb.

Fuer seine Verlobte, so erklaerte Thomas, ist das Thema Masturbation und Pornografie ein riesiges Problem. Sie sieht es als Konkurrenz, als Verrat. Und ploetzlich war der Druck nicht mehr nur innerlich, sondern stand als massives Problem zwischen ihnen.

Die Folgen

Die Auswirkungen seines Konsums waren fuer Thomas verheerend und ihm selbst schmerzhaft bewusst.

Die staendige Heimlichkeit in seiner Beziehung, die Angst vor dem „Erwischtwerden“ und die unvermeidlichen Luegen fuehrten zu tiefen Gefuehlen von „Scham“ und Schuld.

„Die Luegen und die Scham belasten mich und meine Beziehungen enorm“, vertraute er uns an. „Dadurch spuere ich eine Distanz zu meinen Mitmenschen und zu meiner Partnerin.“

Die Angst, seine Beziehung zu zerstoeren, war allgegenwaertig.

Selbst in intimen Momenten mit seiner Partnerin waren die „Fantasien“ praesent, was ihn sich „zerrissen“ fuehlen liess und echte Naehe verhinderte.

Er beschrieb sich nach dem Konsum als „gereizter, emotional weniger zugaenglich“ und abgeschnitten von seinen „eigenen Ressourcen.“ An den darauffolgenden Tagen war er „als Mensch nicht richtig da.“

Uebergang zu Fetischen

Thomas‘ unablaessige Suche nach immer intensiveren Reizen, dieses staendige Beduerfnis nach mehr, blieb nicht ohne Folgen.

Es fuehrte Thomas, wie es bei sich vertiefender Suchtdynamik haeufig geschieht, unweigerlich tiefer in die spezifische Welt sexueller Fetische.

Fuer viele Betroffene fuehlt sich dieser Punkt oft wie eine Sackgasse an, eine fremde, manchmal beaengstigende Welt, aus der es keinen Ausweg zu geben scheint.

Es ist ein bisschen wie beim Alkoholiker, der irgendwann zum billigen Schnaps greift – nicht weil es gut schmeckt, sondern weil der Zwang ueberwaetigend ist.

Bei FreiVonX begegnen wir dem jedoch mit einer wichtigen Erkenntnis:

Gerade wenn jemand massiv unter einem Fetisch leidet, wenn er Scham und innere Konflikte ausloest, ist er oft nicht der Ausdruck eines tiefen, unveraenderlichen Kerns des Seins.

Stattdessen handelt es sich haeufig um ein erlerntes Muster, eine Art „Notloesung“ der Psyche, die sich verselbstaendigt hat – und was erlernt wurde, kann auch verlernt oder vielmehr: transformiert werden.

Wenn ein Fetisch als fremd und schmerzhaft erlebt wird, ist er veraenderbar.

Was war es also konkret bei Thomas und welche verschluesselten Botschaften sandte seine Seele?

Das ist ein wichtiger Teil unserer Arbeit an den Ursachen von Pornosucht / Sexsucht.

Die Welt der Fetische: Verschluesselte Botschaften der Seele

Thomas‘ Offenheit bezueglich seiner spezifischen sexuellen Vorlieben war ein mutiger und entscheidender Schritt fuer unsere Arbeit. Er benannte klar:

  • Dominas: Ein Feld, das von Machtdynamiken und Unterwerfung gepraegt ist.
  • Trans-Inhalte: Er beschrieb eine starke Anziehung zu Transgender-Inhalten, die er als einen seiner primaeren Fetische identifizierte.
  • Farting: Ein spezifisches Element, das er im Kontext von Domina-Szenen nannte und das oft mit nachfolgenden Schuldgefuehlen einherging – ein deutliches Zeichen fuer „Ego-Dystonie“, also Verhalten, das seinem eigentlichen Selbstbild widersprach.

„Es ist schon abartig geworden, was ich mir da mittlerweile anschaue“, gestand er.

Diese Eskalation ist ein bekanntes Suchtphaenomen: Das Gehirn wird gegenueber vertrauten Reizen desensibilisiert und verlangt nach immer extremeren oder neuartigen Inhalten, um denselben „Kick“ zu erzielen.

Animierte Pornografie (Hentai) kann hier eine gefaehrliche Rolle spielen, da sie Darstellungen jenseits jeder physischen Realitaet ermoeglicht und so einen endlosen Strom neuer Reize liefert – ein Teufelskreis, der die Sucht perfekt antreibt.

Fuer uns bei FreiVonX ist ein Fetisch selten nur eine sexuelle Vorliebe.

Vielmehr sehen wir darin verschluesselte Botschaften der Psyche (ein Konzept, das wir in unserem Artikel zur Aufloesung sexueller Fetische ausfuehrlich beschreiben).

Thomas lebte als Leiter eines Unternehmens mit rund 25 Mitarbeitern beruflich eine Rolle aus, die Kontrolle und oft stereotyp maennliches Auftreten erforderte.

Seine Fetische, insbesondere die Faszination fuer Dominanz und Unterwerfung (Dominas) und moeglicherweise Aspekte der Feminisierung im Transgender-Thema, stehen dazu in starkem Kontrast.

Dies deutet auf eine kompensatorische Funktion hin:

Im geschuetzten Raum der Fantasie konnten Beduerfnisse nach Kontrollabgabe, vielleicht sogar nach Verletzlichkeit, ausgelebt werden, die im realen Leben unterdrueckt wurden.

Thomas spuerte dieses innere Zerrissensein deutlich, fuehlte sich „gespalten.“

Er beschrieb, wie er beruflich Dominanz ausstrahlte, aber privat genau das Gegenteil suchte.

Eine intensive Beschaeftigung mit Transgender-Themen kann auch symbolisch fuer einen tiefen Wunsch nach Veraenderung stehen, nach dem Ausbrechen aus starren Rollenbildern oder dem Erkunden unbekannter Persoenlichkeitsanteile.

Wenn Sex zu einem Werkzeug fuer nicht-sexuelle Motive wird

Ein weiterer Schluesselmoment war Thomas‘ Erkenntnis, dass Pornografie ihm ein Entspannungsgefuehl durch Storytelling gab.

Das zeigte uns deutlich: Es ging laengst nicht mehr nur um sexuelle Entladung, sondern um Emotionsregulation – ganz sicher eine Flucht vor dem Stress und der Verantwortung seiner beruflichen Position.

Die Folgen: Ein Leben im Schatten von Luegen und Scham

Die Auswirkungen seines Konsums waren fuer Thomas verheerend und ihm selbst schmerzhaft bewusst.

Die staendige Heimlichkeit in seiner Beziehung, die Angst vor dem „Erwischtwerden“ und die unvermeidlichen Luegen fuehrten zu tiefen Gefuehlen von „Scham“ und Schuld.

„Die Luegen und die Scham belasten mich und meine Beziehungen enorm“, vertraute er uns an. „Dadurch spuere ich eine Distanz zu meinen Mitmenschen und zu meiner Partnerin.“

Die Angst, seine Beziehung zu zerstoeren, war allgegenwaertig.

Selbst in intimen Momenten mit seiner Partnerin waren die „Fantasien“ praesent, was ihn sich „zerrissen“ fuehlen liess und echte Naehe verhinderte.

Er beschrieb sich nach dem Konsum als „gereizter, emotional weniger zugaenglich“ und abgeschnitten von seinen „eigenen Ressourcen.“ An den darauffolgenden Tagen war er „als Mensch nicht richtig da.“

Dies war auch der Hauptgrund, warum Thomas sich schliesslich trotz seiner Bedenken und Scham an uns wandte:

Die Angst, seine langjaehrige, ansonsten glueckliche Beziehung durch seinen Konsum zu zerstoeren.

Uebrigens: Jeder im FreiVonX-Team kennt diese Scham und Bedenken aus eigener Erfahrung und kann jeden Mann verstehen, der nicht mit uns sprechen moechte.

Gleichzeitig wissen wir auch, wie suchtstabilisierend diese Isolation sein kann.

Allein schon ein Gespraech mit jemandem, der dieses Problem wirklich versteht und nachfuehlt, kann sehr viel bewirken.

Der Entschluss zur Veraenderung

Thomas‘ Leidensdruck war immens, aber ebenso stark war sein Wunsch nach Veraenderung.

„Ich moechte eine Anleitung, wie ich damit aufhoeren kann“

„Ich moechte, dass mir jemand hilft, damit ich wieder mehr Zeit fuer mich selbst habe und nicht fuer andere Dinge [Pornografie]“, formulierte er klar seine Beduerfnisse.

Sein Ziel: „komplett weg“ vom problematischen Konsum, das „Verlangen weg“, wieder „Kontrolle darueber“ erlangen und endlich wieder „auf seine Beziehung konzentrieren“ koennen.

Er bewertete seine Motivation mit einer klaren 10 von 10 – ein fantastischer Ausgangspunkt.

Bei FreiVonX zeigten wir Thomas unseren bewaehrten Vier-Schritte-Ansatz, um ihn auf dieser Reise zu begleiten:

  1. Ehrliche Selbsterkenntnis als Fundament („Suchtdynamiken verstehen“): Wir tauchen gemeinsam tief ein, um Ausloeser, Muster und vor allem die tiefere, oft symbolische Bedeutung seiner spezifischen Fetische zu entschluesseln. Was liegt hinter dem Wunsch nach „Transformation“? Welche Emotionen sind wirklich mit der Idee der Kontrollabgabe verbunden?
  2. Konfrontation und Aufloesung innerer Blockaden: Wir arbeiten aktiv an der Ueberwindung von Scham und Selbstverurteilung. Es geht darum, die urspruengliche „Schutzfunktion“ des Fetischs anzuerkennen – als eine Art verzweifelter Versuch, ueberwaetigende Gefuehle zu loesen.
  3. Neugestaltung von Sexualitaet und Intimitaet: Wir unterstuetzen ihn bei der Entwicklung gesuenderer Masturbationspraktiken, die sich von Fetisch-Stimuli loesen und hin zu echten koerperlichen Empfindungen fuehren. Parallel dazu ist der Wiederaufbau echter, praesenter Intimitaet in seiner Beziehung ein zentrales Ziel – ohne die Flucht in Fantasiewelten.
  4. Entfaltung einer neuen Identitaet und Heilung von Beziehungen: Das Ziel ist, die Isolation zu durchbrechen, das Selbstwertgefuehl zu staerken – auch jenseits der Sexualitaet – und die im Fetisch ausgedrueckten Beduerfnisse (z.B. Entspannung, Kontrollabgabe) auf gesunde und konstruktive Weise ins Leben zu integrieren. Das Ziel ist die Ueberwindung des Gefuehls des „Zerrissenseins“ hin zu einer authentischen, integrierten Persoenlichkeit.

Die umfassende Struktur unseres Programms – mit 24/7 WhatsApp-Support, einer digitalen Lernplattform, woechentlichen Sprechstunden in kleinen, vertraulichen Gruppen, zusaetzlichen massgeschneiderten 1-zu-1-Gespraechen und Unterstuetzung fuer seine Partnerin – gab ihm das Vertrauen, die enge Begleitung zu finden, die er sich erhoffte.

Die Reise beginnt: Mut zur Veraenderung als Kompass

Thomas zoegerte nicht: Die Probewoche bei FreiVonX und der direkte Kontakt mit unserem Experten Erik markierten seinen entscheidenden Aufbruch.

Dieser erste intensive Austausch diente nicht nur der schonungslosen Ursachenanalyse, sondern entzuendete auch den Funken fuer die ersten konkreten Schritte auf seinem ganz persoenlichen Weg der Veraenderung.

Sein Mut, sich seinen eigenen Schatten und innersten Kaempfen zu stellen, und dieser kristallklare, kraftvolle Wunsch – „wieder normal zu werden, keine schmutzigen Gedanken mehr, sondern normale Gedanken und ein normales Leben ohne Pornografie und ohne Luegen“ – sind die eigentlichen Triebkraefte fuer die tiefgreifende Transformation, die nun moeglich ist.

Wir bei FreiVonX wissen aus Erfahrung:

Der Weg in die Freiheit fuehrt nicht ueber das Ausmerzen ungeliebter Anteile oder das Unterdruecken von Beduerfnissen.

Vielmehr geht es darum, die immense Energie, die lange in Suchtmustern und kompensatorischen Fantasien gebunden war, endlich freizusetzen.

Es geht darum, diese Urkraft in Bahnen zu lenken, die ein authentisches, verbundenes und selbstbestimmtes Leben naehren und gestalten.

Thomas‘ Reise hat begonnen.

Sie ist mehr als eine individuelle Geschichte; sie ist ein kraftvolles Beispiel dafuer, dass der Ausstieg aus dem Teufelskreis von Scham und Heimlichkeit und der Einstieg in ein Leben echter, selbst geschaffener Freiheit kein ferner Wunsch bleiben muss.

Es ist ein Weg, der mit dem ersten mutigen Schritt beginnt – ein Weg, den wir bei FreiVonX mit Expertise und Empathie begleiten und der die Tuer zu einer voellig neuen Lebensqualitaet oeffnet.

Eine Befreiung, die fuer jeden Mann erreichbar ist, der spuert, dass es an der Zeit ist, sich auf diese Reise zu begeben.

FAQ - Haeufig gestellte Fragen

1. Wie kann sich Pornografiekonsum zu einer Sucht entwickeln und eskalieren?

Der Konsum kann subtil beginnen und sich ueber Jahre zu festen Mustern entwickeln. Typisch ist eine Eskalation, bei der „normale“ Inhalte nicht mehr genuegen und Betroffene nach immer extremeren oder neuartigen Reizen suchen, um denselben „Kick“ zu erleben. Dies kann zu exzessiven Sessions, zwanghaftem Sammeln von Inhalten und dem Gefuehl fuehren, dem Drang nicht widerstehen zu koennen. Das Gehirn gewoehnt sich an die Reize (Desensibilisierung), was die Spirale weiter antreibt, in der sich der Konsum zeitlich und inhaltlich ausweitet.

2. Welche Rolle koennen Fetische im Rahmen einer Pornosucht spielen?

Fetische koennen bei eskalierender Pornosucht in den Vordergrund treten, wenn gewoehnliche Reize nicht mehr genuegen. Psychologisch koennen sie verschluesselte Botschaften der Psyche darstellen und kompensatorische Funktionen erfuellen. So koennen sie beispielsweise Fantasieraeume eroeffnen, die Beduerfnisse wie Kontrollabgabe oder das Erkunden unterdrueckter Persoenlichkeitsanteile ermoeglichen, die im Alltag keinen Platz finden oder dem aeusseren Rollenbild widersprechen.

3. Wie wirkt sich problematischer Pornografiekonsum auf Beziehungen und das persoenliche Wohlbefinden aus?

Problematischer Konsum verursacht oft erhebliche Belastungen. Heimlichkeit, Luegen und die Angst vor dem „Erwischtwerden“ erzeugen Scham und Schuldgefuehle. Dies kann dazu fuehren, dass Distanz zu Partnern und anderen entsteht, Beziehungen als gefaehrdet wahrgenommen werden und Fantasien echte Intimitaet stoeren. Betroffene fuehlen sich oft innerlich „zerrissen“, werden nach dem Konsum reizbarer, emotional weniger zugaenglich und von ihren eigenen Ressourcen und Gefuehlen abgeschnitten, was das allgemeine Wohlbefinden erheblich beeintraechtigt.

4. Inwieweit kann Pornografiekonsum der Emotionsregulation dienen?

Pornografiekonsum kann ueber die rein sexuelle Entladung hinaus Funktionen der Emotionsregulation uebernehmen. Betroffene berichten beispielsweise von einem „Storytelling-Entspannungsgefuehl“, das der Konsum vermittelt. Dies deutet darauf hin, dass Pornografie als Flucht vor Stress, Verantwortung, Einsamkeit oder anderen unangenehmen Gefuehlen genutzt wird. Statt sich den alltaeglichen Herausforderungen zu stellen, dient der Konsum als kurzfristige Strategie, um negative Emotionen zu daempfen oder zu vermeiden, obwohl dies langfristig die zugrunde liegenden Probleme nicht loest.

5. Was versteht man unter „Ego-Dystonie“ im Zusammenhang mit Fetischen?

„Ego-Dystonie“ beschreibt einen Zustand, in dem bestimmte Gedanken, Verhaltensweisen oder sexuelle Fantasien – wie bestimmte Fetische – als nicht zum eigenen Selbstbild passend oder im Widerspruch zur eigenen Identitaet und den eigenen Werten stehend empfunden werden. Die Person leidet unter diesen Aspekten, empfindet Abscheu, Scham oder erlebt erheblichen Stress. Es ist ein Verhalten, das nicht zu dem passt, wer die Person sein moechte.

6. Ist es moeglich, eine Pornosucht zu ueberwinden, und was sind erste Schritte?

Ja, die Ueberwindung einer Pornosucht ist moeglich. Voraussetzungen sind ein starker Veraenderungswunsch und oft professionelle Unterstuetzung. Ein entscheidender erster Schritt ist die ehrliche Selbsterkenntnis und das Eingestehen, ein Problem zu haben, das man allein nicht bewaeltigen kann. Wichtig ist der Mut, sich den eigenen innersten Kaempfen zu stellen. Konkrete erste Massnahmen koennen die Kontaktaufnahme mit spezialisierten Beratungseinrichtungen sein, die Teilnahme an einer Probewoche in einem strukturierten Programm oder ein erstes Analysegespraech mit einem Experten, um Ursachen zu verstehen und individuelle Loesungswege zu entwickeln.

Wissenschaftliche Quellen und weiterfuehrende Literatur

Die im Artikel beschriebenen Phaenomene und psychologischen Interpretationen basieren auf Erkenntnissen der Suchtforschung und klinischen Psychologie. Die folgenden wissenschaftlichen Quellen bieten eine tiefere Auseinandersetzung mit den relevanten Themen:

1. Zur Klassifikation und zu den Mechanismen zwanghaften Sexualverhaltens (Pornosucht):

Kraus, S. W., Krueger, R. B., Briken, P., First, M. B., Stein, D. J., Kaplan, M. S., Voon, V., Abdo, C. H. N., Grant, J. E., Atalla, E., & Reed, G. M. (2018). Compulsive sexual behaviour disorder in the ICD-11. World Psychiatry, 17(1), 109–110.

Love, T., Laier, C., Brand, M., Hatch, L., & Hajela, R. (2015). Neuroscience of Internet pornography addiction: A review and update. Behavioral Sciences, 5(3), 388–433.

2. Zu Eskalation, Desensibilisierung und Toleranzentwicklung:

Prause, N., Steele, V. R., Staley, C., Sabatinelli, D., & Hajcak, G. (2015). Modulation of late positive potential by visual sexual stimuli in users of online pornography. Biological Psychology, 109, 180–186.

Hilton, D. L. (2013). Pornography addiction – a supranormal stimulus considered in the context of neuroplasticity. Socioaffective Neuroscience & Psychology, 3(1), 20710.

3. Zur psychologischen Funktion von Fetischen und sexuellen Fantasien:

Martel, A. D. (2021). Compensatory Masculinity and an Attraction to Transgender Women in Cisgender Men. The Journal of Sex Research, 58(6), 774–785.

Verweis auf die ICD-11-Kriterien fuer paraphile Stoerungen, die die Notwendigkeit von Leidensdruck (Ego-Dystonie) oder Fremdgefaehrdung fuer eine Diagnose betonen. Zum Beispiel: World Health Organization. (2019). International statistical classification of diseases and related health problems (11th ed.).

4. Zum Einfluss problematischen Pornografiekonsums auf Beziehungen und Scham:

Willoughby, B. J., Carroll, J. S., Busby, D. M., & Brown, C. C. (2016). The Pornography Paradox: The Effects of Pornography Use on Relationship Satisfaction and Stability. Journal of Marital and Family Therapy, 42(1), 131–149.

Efrati, Y., & Gola, M. (2020). What lies between shame and compulsive sexual behaviors? The mediating roles of self-criticism and experiential avoidance. Journal of Behavioral Addictions, 9(4), 1016–1023.

5. Zu Pornografiekonsum als Emotionsregulationsstrategie:

Sniewski, L., Gola, M., & Potenza, M. N. (2022). Emotion dysregulation and compulsive sexual behavior: A systematic review. Addictive Behaviors, 131, 107334.

Thomas' Transformation zeigt, dass der Weg aus der Pornosucht moeglich ist - auch bei jahrelanger Sucht und eskalierten Fetischen. Der erste Schritt ist der wichtigste: Die Bereitschaft, Hilfe anzunehmen und ehrlich zu sich selbst zu sein.

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