Sexsucht – in der Fachsprache oft als Hypersexualitaetsstoerung oder zwanghaftes Sexualverhalten bezeichnet – beschreibt ein Verhalten, bei dem sexuelle Fantasien, Impulse und Handlungen nicht mehr kontrolliert werden koennen und zu Leidensdruck oder Beeintraechtigungen fuehren.
Wissenschaftlich wird diskutiert, ob es sich um eine Form von Verhaltenssucht (aehnlich wie Spielsucht) oder eher um eine Impulskontrollstoerung handelt.
In der aktuellen internationalen Klassifikation (ICD-11 der Weltgesundheitsorganisation) ist „Compulsive Sexual Behavior Disorder“ (CSBD) als Impulskontrollstoerung aufgenommen.
Sie ist gekennzeichnet durch:
eine anhaltende Unfaehigkeit, intensive sexuelle Impulse oder Urges zu steuern, wodurch es ueber mindestens 6 Monate zu repetitiven sexuellen Verhaltensmustern kommt, die negative Folgen im Familien-, Sozial- oder Berufsleben haben.
Eine Auspraegungsform der Sexsucht ist die Pornosucht. Pornografie ist ein modernes Mittel, wodurch die "Droge Sex" 24/7, immer verfuegbar ist.
Zur Verbreitung von Sexsucht in der Allgemeinbevoelkerung gibt es erst in juengerer Zeit belastbare Daten. Eine aktuelle bevoelkerungsrepraesentative Studie (deutsche Gesundheits- und Sexualitaetsbefragung, GeSiD, 2022) fand, dass etwa 4,9% der Maenner und 3,0% der Frauen in Deutschland im Laufe ihres Lebens Erfahrungen gemacht haben, die mit den ICD-11-Kriterien einer zwanghaften Sexualverhaltensstoerung uebereinstimmen.
Laut einer aktuellen Gesundheits- und Sexualitaetsbefragung, die den Zeitraum der letzten 12 Monate betrachtet, sind 3,2 % der Maenner und 1,8 % der Frauen in Deutschland innerhalb der letzten 12 Monate von Hypersexualitaet betroffen. Ueber das gesamte Leben betrachtet, geben 4,9 % der Maenner und 3,0 % der Frauen an, Erfahrungen mit zwanghaftem Sexualverhalten gemacht zu haben. Damit ist Sexsucht eine ernstzunehmende, aber oft unterschaetzte psychische Stoerung.
Auch international bewegen sich die Praevalenzschaetzungen in aehnlicher Groessenordnung. Studien in westlichen Laendern kommen insgesamt auf etwa 3-10% der Maenner und 2-7% der Frauen, die Kriterien einer Sexsucht erfuellen koennten.
In spezifischen Teilgruppen koennen die Raten hoeher liegen – so identifizierte z.B. eine Online-Befragung junger Erwachsener in Deutschland etwa 10,5% der Teilnehmenden als hypersexuell.
Wichtig fuer die Diagnose ist, dass der Betroffene selbst unter der Situation leidet. In diesem Sinne hatte die American Psychiatric Association die Aufnahme der sogenannten „Hypersexual Disorder“ in das DSM-5 (Diagnosehandbuch) 2013 abgelehnt, doch 2019 wurde die Stoerung schliesslich von der WHO in ICD-11 anerkannt.
Diagnostische Kriterien umfassen typischerweise:
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Wichtig ist die Abgrenzung zu einem einfach nur hohen Sexualtrieb. Ein hoher Libido oder haeufige einvernehmliche sexuelle Aktivitaeten fuer sich genommen stellen keine Stoerung dar, solange keine Selbstkontrollprobleme und keine negativen Folgen auftreten. Entscheidend fuer die Diagnose Sexsucht ist das Ausmass an Kontrollverlust und Leidensdruck.
Mit anderen Worten: Jemand kann ein reges Sexualleben haben, ohne „sexsuechtig“ zu sein – pathologisch wird es erst, wenn das Verhalten ausser Kontrolle geraet, ein Leidensdruck entsteht und das Leben der Person negativ beeinflusst.
Die genauen Ursachen von Sexsucht sind komplex und multifaktoriell bedingt. Hier einige der haeufigsten Einflussfaktoren:
Mehr dazu haben wir in unserem Artikel zu den Ursachen einer Sexsucht geschrieben: https://freivonx.de/blog/pornosucht-ursachen/ (siehe unter A2)
Sexsucht kann nicht nur fuer die betroffene Person, sondern auch fuer Partner*innen oder Angehoerige eine enorme Belastung darstellen. Relevante Fragen fuer Angehoerige sind:
Menschen, die vermuten, von Sexsucht betroffen zu sein, und ebenso Angehoerige oder Partner von Betroffenen stehen oft vor vielen unbeantworteten Fragen. Diese koennen zur Selbstreflexion beitragen und dabei helfen, die Situation besser einzuschaetzen und Unterstuetzung zu suchen.
Deshalb haben wir einen eigenen Artikel zusammengestellt bei Sexsucht und Pornosucht in der Partnerschaft: https://freivonx.de/blog/sexsucht-partnerschaft-angehoerige
Die wichtigsten Behandlungsansaetze umfassen:
Typischerweise umfasst die Therapie psychotherapeutische Massnahmen – besonders eine kognitive Verhaltenstherapie, die darauf abzielt, Ausloeser und Denkmuster zu erkennen und bessere Bewaeltigungsstrategien zu entwickeln.
Oft werden auch Selbsthilfegruppen (z.B. nach dem 12-Schritte-Programm) begleitend genutzt. In manchen Faellen koennen Medikamente zum Einsatz kommen (etwa selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer, die impulsives Verhalten daempfen, oder Naltrexon) – vor allem wenn zusaetzlich andere psychische Probleme bestehen.
Laut fachlichen Informationen besteht die Behandlung in der Regel aus Psychotherapie, medikamentoeser Unterstuetzung und Selbsthilfemassnahmen, mit dem Ziel, die sexuellen Impulse in den Griff zu bekommen und das problematische Verhalten zu reduzieren, ohne die gesunde Sexualitaet gaenzlich zu unterdruecken.
Begleiterkrankungen wie Depressionen, Angststoerungen oder Substanzmissbrauch werden nach Moeglichkeit mitbehandelt, da sie oft mit der Sexsucht verknuepft sind.
Wichtig zu wissen: Sexsucht ist behandelbar, und je frueher sich Betroffene Hilfe suchen, desto besser sind in der Regel die Chancen, die Kontrollfaehigkeit zurueckzugewinnen und ein erfuelltes, ausgewogenes Sexualleben (sowie Alltag) zu erreichen.
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Sexsucht – fachsprachlich als Hypersexualitaetsstoerung oder zwanghaftes Sexualverhalten (Compulsive Sexual Behavior Disorder, CSBD) bezeichnet – beschreibt ein Verhalten, bei dem sexuelle Fantasien, Impulse und Handlungen nicht mehr kontrolliert werden koennen und zu erheblichem Leidensdruck oder Beeintraechtigungen im Alltag fuehren. Die WHO hat CSBD 2019 in die ICD-11 als Impulskontrollstoerung aufgenommen.
Laut der deutschen Gesundheits- und Sexualitaetsbefragung (GeSiD, 2022) sind etwa 3,2% der Maenner und 1,8% der Frauen innerhalb der letzten 12 Monate betroffen. Ueber die Lebenszeit betrachtet geben 4,9% der Maenner und 3,0% der Frauen entsprechende Erfahrungen an. International liegen die Schaetzungen bei 3-10% der Maenner und 2-7% der Frauen.
Typische Anzeichen sind: uebermaessig viel Zeit und Energie fuer sexuelle Aktivitaeten, wiederholte erfolglose Versuche das Verhalten zu kontrollieren, Fortfuehrung trotz negativer Konsequenzen und starker Leidensdruck. Entscheidend ist die Abgrenzung zu einem einfach hohen Sexualtrieb – eine Stoerung liegt erst vor, wenn Kontrollverlust und negative Folgen auftreten.
Die Ursachen sind multifaktoriell: neurobiologische Veraenderungen im Belohnungssystem (Dopamin-Haushalt), psychische Faktoren wie Trauma oder Depressionen, soziale Einfluesse wie frueher Pornografie-Kontakt, sowie hormonelle Ungleichgewichte koennen eine Rolle spielen.
Sexsucht kann Beziehungen erheblich belasten durch Vertrauensverlust, Geheimnistuerei, emotionale Distanz und sexuelle Probleme. Partner fuehlen sich oft abgelehnt oder unzureichend. Eine offene Kommunikation und professionelle Begleitung (z.B. Paartherapie) sind wichtige Schritte.
Mehr dazu: Sexsucht in der Partnerschaft
Ja, Sexsucht ist behandelbar. Die Behandlung umfasst in der Regel Psychotherapie (insbesondere kognitive Verhaltenstherapie), medikamentoese Unterstuetzung und Selbsthilfemassnahmen. Je frueher Betroffene sich Hilfe suchen, desto besser sind die Chancen, die Kontrollfaehigkeit zurueckzugewinnen und ein erfuelltes Sexualleben zu erreichen.
Fachartikel, aktuelle Studien und Leitlinien (u.a. ICD-11 Kriterien der WHO):
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