Handfetisch: Wenn eine Hand mehr Nähe verspricht als ein nackter Körper

INTERNER LEITFADEN

Warum Willenskraft nicht reicht.

Der kostenlose Blueprint zeigt dir den Weg raus.

Sie tut nichts.

Bahn, Dienstagmorgen, die Frau gegenüber liest auf ihrem Telefon.

Sie streicht sich eine Strähne hinters Ohr, dann liegt die Hand auf dem Knie, Handrücken nach oben, Finger halb offen.

Und etwas in dir erregt das.

Nichts an dieser Szene ist nackt, nichts ist gemacht, niemand will etwas von dir.

Auf deinem Telefon liegen Bilder, die tausendmal deutlicher sind.

Sie wirken weniger.

Genau daran kommst du seit Jahren nicht vorbei: Warum wirkt das so stark?

Die kurze Antwort hat mit Händen fast nichts zu tun.

Sie hat damit zu tun, was eine Hand symbolisch bedeutet.

Fachbegriff: PartialismusEigene Diagnose: nein
Studien zu Handfetischismus: 0Anteil Körperteil-Fetische: 33 Prozent

Antwort in Kürze

Handfetischismus ist die sexuelle Anziehung durch Hände, fachlich ein Partialismus, also eine Fixierung auf einen Körperteil. Er ist in aller Regel harmlos und braucht keine Behandlung. Anders als beim Fußfetisch gibt es für Hände keine anerkannte neurologische Erklärung, die den Reiz aus der Verdrahtung des Gehirns herleitet.

Was bleibt, ist die Bedeutung: Die Hand ist der Körperteil, mit dem ein Mensch einen anderen absichtlich berührt. Wird der Konsum entsprechender Inhalte zwanghaft, ist nicht die Vorliebe das Problem, sondern die Dynamik, in der sie steckt.

Was ist ein Handfetisch?

Als Handfetisch oder Handfetischismus wird eine sexuelle Anziehung bezeichnet, bei der Hände im Mittelpunkt der Erregung stehen: die Form der Finger, die Nägel, der Handrücken, Adern und Sehnen, Ringe oder Handschuhe, vor allem aber das, was die Hand tut.

Fachlich zählt das zum Partialismus, der Fixierung auf einen einzelnen Körperteil. Dieselbe Kategorie, in der auch der Fußfetisch liegt.

Eine eigene Diagnose Handfetischismus gibt es nicht. Bis 2013 lief Partialismus getrennt vom Fetischismus; seit dem DSM-5 sind beide zusammengeführt, und die Arbeit, die das begründet hat, nennt Füße und Hände ausdrücklich in einem Atemzug. (Kafka, 2010)

Entscheidend für die Einordnung, und das ist die Entlastung gleich zu Beginn: Eine Vorliebe für Hände ist zunächst nichts weiter als eine Vorliebe.

Der Begriff Fetisch trägt umgangssprachlich einen Beiklang von Störung, den er hier nicht verdient.

Von einer fetischistischen Störung sprechen Fachleute erst, wenn deutlicher Leidensdruck oder eine Beeinträchtigung im Alltag dazukommt. Der Reiz allein reicht dafür nicht aus. (WHO, ICD-11)

Der Fetisch, über den fast niemand schreibt

Beim Fuß ist die Datenlage gut. Bei der Hand ist sie dünn, und das ist selbst ein Befund.

Die meistzitierte Erhebung zu Fetisch-Vorlieben wertete 381 Internet-Diskussionsgruppen mit mindestens 5.000 Personen aus. Körperteile machten dort 33 Prozent aller Vorlieben aus, Füße waren mit Abstand das häufigste Ziel. (Scorolli et al., 2007)

Hände tauchen in dieser Aufstellung nicht auf. Weder in der Hauptauswertung noch in der Untertabelle zu den Körperteilen.

Und eine Suche in der medizinischen Datenbank PubMed liefert für Handfetischismus, Chirophilie und Quirophilie zusammen null Treffer: kein Fallbericht, keine Häufigkeitszahl, keine Behandlungsstudie.

Zum Vergleich: Für Füße gibt es immerhin drei Arbeiten und eine ausgewiesene Zahl.

Für dich heißt das zweierlei.

Erstens: Du hast keine Statistik, die eine gewisse Erleichterung a la “es gibt noch andere, die das haben”, so wie es Fußfetischisten haben.

Zweitens, und das wiegt schwerer: Aus dem Schweigen der Forschung folgt nichts über dich. Ein wenig untersuchter Reiz ist kein seltsamerer Reiz, sondern ein weniger untersuchter.

Du willst wissen, ob hinter deinem Konsum mehr steckt als eine Vorliebe? Der kostenfreie, anonyme Sexsucht-Test zeigt es dir in drei Minuten.

Warum ausgerechnet Hände?

Beim Fußfetisch gibt es eine bekannte Erklärung aus der Hirnforschung: Die Areale für Füße und Genitalien liegen in der sensorischen Landkarte des Gehirns nebeneinander, und eine Verwechslung an dieser Grenze könnte den Reiz erklären.

Diese These wurde 2014 zum ersten Mal systematisch geprüft, an rund 800 Personen und 41 Körperregionen. Sie fand keine Bestätigung: Füße wurden erstaunlich niedrig bewertet, und benachbarte Areale hingen nicht zusammen. (Turnbull et al., 2014)

Für Hände gibt es eine solche These gar nicht erst.

Sie wäre anatomisch auch nicht anschlussfähig: Die Hand liegt in der sensorischen Landkarte des Gehirns neben Gesicht und Lippen, nicht neben den Genitalien.

Gesichert ist über die Hand dort etwas anderes: Sie belegt eine ungewöhnlich große Fläche, weit mehr als Rumpf und Beine zusammen. (Penfield & Rasmussen, 1950)

Daraus folgt allerdings nur Tastreichtum, keine Erotik. Der Sprung von großer Hirnfläche zu sexueller Anziehung ist nirgends belegt.

Das ist kein Mangel, sondern die eigentliche Auskunft dieses Artikels.

Wo keine Verdrahtung den Reiz erklärt, erklärt ihn die Bedeutung.

Die Hand ist die einzige Berührung, die eine Entscheidung ist

Ein Fuß berührt dich, weil jemand geht.

Eine Schulter berührt dich, weil es eng ist.

Eine Hand berührt dich, weil jemand sich dafür entschieden hat.

Das ist der Unterschied, und er ist der ganze Punkt: Die Hand ist der einzige Körperteil, dessen Berührung fast nie zufällig passiert.

Deshalb wirkt eine Hand, die sich ausstreckt, stärker als ein nackter Körper.

Nacktheit zeigt einen Körper. Eine Hand zeigt eine Absicht.

Die Neurobiologie stützt diese Richtung. Die angenehme, belohnende Seite der Berührung wird vor allem über langsam leitende Nervenfasern in behaarter Haut vermittelt, nicht über die Tastschärfe der Fingerkuppen. (McGlone et al., 2014)

Die Hand ist damit vor allem das Organ, das streichelt, und nicht das, das gestreichelt wird.

Wer auf Hände reagiert, reagiert also auf das Werkzeug der Zuwendung, nicht auf ihre Empfangsstelle.

Wenn dich Nähe mehr erregt als Haut, ist dein System vielleicht gar nicht auf einen Körperteil geeicht, sondern auf den Beweis, gemeint zu sein.

Was Hände in einer Kindheit bedeuten

Fast alles, was ein kleines Kind an Zuwendung erlebt, kommt über Hände.

Hochgehoben werden, gehalten werden, die Hand im Nacken beim Einschlafen, die Hand, die den Sturz abfängt.

Dass Berührung dabei trägt, ist gut belegt. Junge Rhesusaffen wählten in Harlows Versuchen die weiche Stoffattrappe gegenüber der fütternden Drahtattrappe: Körperkontakt ist ein eigenes Grundbedürfnis, kein Nebenprodukt der Fütterung. (Harlow, 1958)

Berührung senkt messbar Herzfrequenz, Blutdruck und Cortisol und hebt Oxytocin. (Field, 2010)

Ehrlich dazu gehört ein Satz, den du sonst nirgends lesen wirst: Keine dieser Arbeiten isoliert die Hand.

Belegt ist, dass Berührung der Kanal ist, über den in den ersten Lebensmonaten Sicherheit ankommt. Nicht belegt ist, dass daraus eine sexuelle Fixierung auf Hände entsteht. Dazu gibt es schlicht keine Forschung.

Und dieselbe Hand ist die, die wegzieht, festhält, wegschiebt oder zuschlägt.

Kein anderer Körperteil trägt beides.

Wenn Zuwendung in deiner Kindheit selten war und fast nur über Hände kam, dann steht auf deiner inneren Landkarte vielleicht genau das als das Maximum an Nähe, das du erfahren konntest.

Und wenn die Hand die Instanz war, die entschieden hat, ob es gleich gut oder gleich schlimm wird, dann ist der Reiz womöglich gar nicht die Berührung, sondern die Sekunde davor.

Das ist keine Diagnose über dich. Es sind zwei von mehreren möglichen Spuren, und welche deine ist, weißt nur du.

Das Modell dahinter: nicht das Objekt, die Symbolik

Hinter jedem Fetisch steht dieselbe Frage, unabhängig vom Inhalt: Was bedeutet es, wenn diese Handlung geschieht?

Niemand ist süchtig nach einem Körperteil. Süchtig macht die symbolische Bedeutung der Handlung und das Gefühl, das sie auslöst.

Deshalb führt die nützliche Frage nicht auf die Hand, sondern auf das Programm dahinter: Welche Prägung habe ich, dass ausgerechnet das für mich erregend ist?

Bei Füßen liegt die Antwort oft bei Hingabe und Verehrung, beim Blick von unten nach oben, bei der Erlaubnis, für ein paar Minuten nicht der Starke sein zu müssen.

Bei Händen liegt sie meist woanders: bei Kontakt, bei Fürsorge, bei Geführtwerden.

Nicht unter jemandem sein, sondern von jemandem gemeint sein.

Wie aus einem solchen Bedürfnis überhaupt ein Erregungsmuster wird, erklärt der Grundlagenartikel darüber, warum Fetische entstehen.

Was gelernt wurde, lässt sich verlernen

Dass sich sexuelle Erregung auf einen vorher neutralen Reiz übertragen lässt, wurde im Labor gezeigt.

Der Psychologe Stanley Rachman koppelte bei drei Männern das Bild schwarzer Damenstiefel wiederholt an Aktaufnahmen. Nach 24 bis 65 Durchgängen reagierten sie messbar auf die Stiefel allein. (Rachman, 1966)

In einer Replikation mit fünf Personen und umgekehrter Reihenfolge entstand der Effekt nicht, was Zufall als Erklärung ausschließt. (Rachman & Hodgson, 1968)

Drei und fünf Probanden sind eine dünne Basis, und der Forschungsstand ist bis heute vorsichtig: Sexuelle Erregung gilt beim Menschen als konditionierbar, die Belege dafür sind aber ausdrücklich weder zahlreich noch robust. (Brom et al., 2014)

Konditionierung erklärt auch nicht, warum so wenige einen Fetisch entwickeln, obwohl fast alle denselben Reizen begegnen.

Wichtig für dich ist die andere Hälfte, und die ist belegt: Rachman zeigte im selben Versuch, dass die Reaktion wieder verschwindet, sobald die Kopplung ausbleibt.

Er zeigte auch, dass sie zwischendurch nochmal auftaucht. Das ist der Grund, warum Rückfälle zum Bild gehören und nichts über dein Scheitern aussagen.

Das ist die gute Nachricht hinter jedem belastenden Muster: Ein Reiz, der oft genug mit Erregung zusammenfällt, wird selbst zum Auslöser. Und was auf diesem Weg entstanden ist, ist nicht in Stein gemeißelt.

Bei Händen kommt eine schlichte Alltagstatsache dazu: Hände sind fast immer sichtbar.

Sie sind der Körperteil, den du in jedem Video, jedem Feed und jedem Wartezimmer siehst, ohne dass ihn jemand freigelegt hat.

Wer über Jahre viel konsumiert, koppelt Erregung deshalb zwangsläufig auch an das, was immer im Bild ist.

Wie es mit Pornokonsum und Eskalation zusammenhängt

Ein Handfetisch für sich braucht keinen Porno und keine Behandlung.

Relevant wird das Thema meist erst im Zusammenhang mit intensivem, zwanghaftem Konsum.

Dann greift die bekannte Gewöhnungsdynamik: Das Belohnungssystem reagiert auf wiederholte, leicht verfügbare Reize mit nachlassender Ausschüttung, und es braucht Neuheit oder Intensität für dieselbe Wirkung. (Hilton, 2013, Ince et al., 2024)

Ein Fetisch kann in dieser Spirale eine Rolle spielen, weil er eine Nische mit besonders passgenauen Reizen bietet.

Nicht der Handfetisch verursacht dann das Problem, sondern die zwanghafte Konsumdynamik, in der er auftaucht.

Diese Unterscheidung entlastet und sie ist keine Beschönigung: Die Vorliebe ist neutral, die Spirale ist es nicht.

Dass zwanghafter Konsum die Selbststeuerung messbar verschiebt, zeigt die Verhaltensforschung: Höherer Pornokonsum ging in Experimenten mit stärkerem Vorziehen sofortiger Belohnung einher. (Negash et al., 2016)

Bei Händen hat die Eskalation eine eigene Tücke.

Weil der Reiz so unauffällig ist, fällt der Konsum lange nicht auf, auch dir selbst nicht.

Ein Muster, das harmlos aussieht, wird selten früh gestoppt.

Wann ist es unbedenklich, wann ein Problem?

Ein Handfetisch ist unbedenklich, wenn er dein Sexualleben bereichert, einvernehmlich gelebt oder einfach als Vorliebe akzeptiert wird.

Ein zweiter Blick lohnt sich, wenn eines davon zutrifft:

  • der Konsum entsprechender Inhalte wird zwanghaft und lässt sich nicht mehr steuern,
  • er verdrängt andere Formen von Sexualität oder Intimität,
  • er wird ausschließlich, und Sex ohne diesen Reiz funktioniert nicht mehr,
  • er geht mit Scham, Rückzug oder einem heimlichen Doppelleben einher.

Von einer fetischistischen Störung sprechen Fachleute erst, wenn deutlicher Leidensdruck oder eine Beeinträchtigung in Beruf, Beziehungen oder Alltag dazukommt. Die Erregung allein reicht ausdrücklich nicht.

Die ICD-11 stellt zusätzlich etwas klar, das für dich wichtiger sein könnte als alles andere in diesem Artikel: Leiden, das allein aus der Ablehnung durch andere entsteht, zählt als Kriterium nicht. (WHO, ICD-11)

Genau hier lohnt ein zweiter Blick auf die Scham. Eine Meta-Analyse zeigt, dass Männer ihren Pornokonsum oft dann als Sucht erleben, wenn er gegen ihre eigenen moralischen Überzeugungen läuft, unabhängig von der tatsächlichen Menge. (Grubbs et al., 2019)

Bei einem so unspektakulären Reiz wie Händen ist diese Unterscheidung besonders wichtig.

Manchmal ist nicht der Fetisch das Problem, sondern die Angst, mit ihm nicht normal zu sein.

Ursachenarbeit: die Botschaft hinter dem Reiz

Wenn ein Handfetisch im Rahmen von zwanghaftem Konsum Leidensdruck erzeugt, hilft weniger das Bekämpfen der Vorliebe als das Verstehen ihrer Bedeutung.

Warum das Bekämpfen selten funktioniert, hat einen mechanischen Grund: Unterdrückte sexuelle Gedanken kommen messbar stärker zurück. (Efrati, 2019)

Die Arbeit besteht deshalb nicht darin, den Reiz abzuschalten, sondern darin, die innere Landkarte neu zu schreiben.

Praktisch heißt das drei Fragen, in dieser Reihenfolge.

  • Was genau passiert in den Bildern, bei denen du hängen bleibst? Nicht bewertend, sondern beschreibend: Wer tut wem was?
  • Wofür steht diese Handlung? Halten, Führen, Versorgen, Bestimmen, Auswählen?
  • Wo in deinem echten Leben fehlt genau das, und welche Angst hindert dich daran, es dort zu suchen?

Weil Einsamkeit und Schwierigkeiten, Gefühle zu regulieren, zu den Vorhersagefaktoren für problematischen Konsum zählen (Cardoso et al., 2022), liegt die Antwort meist nicht in mehr Disziplin, sondern in mehr echtem Kontakt.

Wird das Bedürfnis dahinter erkannt und im echten Leben ernst genommen, verliert der zwanghafte Sog oft an Kraft.

Wie tief solche Prägungen reichen und woran man sie erkennt, zeigt der Artikel über die Kindheitsursachen von Pornosucht und Sexsucht.

FreiVonX begleitet diese Ursachenarbeit als Coaching, nicht als Psychotherapie und ohne Heilversprechen. Bei ausgeprägtem Leidensdruck ist psychotherapeutische Hilfe der richtige Weg.

Die Datenlage dafür ist gut: In einer randomisierten Studie reduzierte kognitive Verhaltenstherapie hypersexuelle Symptome deutlich (Hallberg et al., 2019), ebenso ein akzeptanzbasierter Ansatz (Crosby & Twohig, 2016).

Dass dich eine ruhig daliegende Hand mehr trifft als jedes explizite Bild, ist kein Defekt.

Es heißt, dass dein System Nähe von Reiz unterscheiden kann.

Diese Fähigkeit braucht nur einen Ort, der kein Bildschirm ist.

Erhalte in 20 Minuten Klarheit. Sprich mit einem Spezialisten über deinen Weg raus, kostenfrei, anonym, unverbindlich: Freiheitsgespräch buchen.

Häufige Fragen

Ist ein Handfetisch normal?

Ja. Er ist ein Partialismus wie der Fußfetisch, gilt als harmlose Variante sexueller Vielfalt und braucht keine Behandlung.

Warum erregen mich Hände mehr als Nacktheit?

Weil eine Hand eine Absicht zeigt und ein nackter Körper nur ein Angebot. Wenn dich Zuwendung stärker anspricht als Haut, reagiert dein System vielleicht auf Gemeintsein, nicht auf Reizmenge.

Ist Handfetischismus dasselbe wie Fußfetischismus?

Formal ja, beides ist Partialismus. Inhaltlich meist nicht: Beim Fuß geht es oft um Hingabe und Rangordnung, bei der Hand eher um Berührung, Fürsorge und Geführtwerden.

Liegt es an meiner Kindheit?

Nicht zwingend, und ein einzelnes Trauma als Ursache zu suchen führt meist in die Irre. Sexuelle Vorlieben entstehen oft durch frühe Kopplung von Erregung und Kontext, und Hände sind im Alltag allgegenwärtig.

Muss ich meiner Partnerin davon erzählen?

Das ist deine Entscheidung, kein Muss. Ein Handfetisch ist harmlos, es gibt objektiv wenig zu beichten.

Soll er euer Sexualleben bereichern, hilft ein neugieriges Gespräch mehr als Heimlichkeit. Als Einladung, nicht als Forderung.

Erst wenn der Konsum zwanghaft ist und ein Doppelleben entsteht, ist das eigene Muster der wichtigere erste Schritt.

Wann sollte ich mir Hilfe suchen?

Wenn der Konsum zwanghaft eskaliert, dein Sexualleben einengt oder Scham und Leidensdruck erzeugt.

Hilft eine Therapie, wenn der Konsum zwanghaft geworden ist?

Ja. Kognitive Verhaltenstherapie reduzierte hypersexuelle Symptome in einer randomisierten Studie deutlich (Hallberg et al., 2019), ebenso ein akzeptanzbasierter Ansatz (Crosby & Twohig, 2016).

Die Vorliebe selbst braucht keine Behandlung, solange sie keinen Leidensdruck erzeugt.

Weiterlesen

Der nächste Verwandte ist der Fußfetisch, bei dem es um Hingabe statt um Berührung geht.

Wie Fetische grundsätzlich entstehen und was sie seelisch bedeuten, erklären die Cornerstones Die Ursache und Lösung sexueller Fetische und Sexuellen Fetisch verstehen und lösen.


Dieser Beitrag dient der Information und Aufklärung. FreiVonX bietet Coaching zur Ursachenarbeit, keine Psychotherapie und keine Heilbehandlung.

Bei starkem Leidensdruck wende dich an ärztliche oder psychotherapeutische Hilfe.

Wissenschaftliche Quellen

1. Scorolli, C., Ghirlanda, S., Enquist, M., Zattoni, S., & Jannini, E. A. (2007). Relative prevalence of different fetishes. International Journal of Impotence Research, 19(4), 432-437. doi:10.1038/sj.ijir.3901547

2. Kafka, M. P. (2010). The DSM Diagnostic Criteria for Fetishism. Archives of Sexual Behavior, 39(2), 357-362. doi:10.1007/s10508-009-9558-7

3. First, M. B. (2014). DSM-5 and Paraphilic Disorders. Journal of the American Academy of Psychiatry and the Law, 42(2), 191-201. jaapl.org

4. World Health Organization. ICD-11, Code 6D36: Paraphilic disorder involving solitary behaviour or consenting individuals. icd.who.int/browse11

5. Penfield, W., & Rasmussen, T. (1950). The Cerebral Cortex of Man: A Clinical Study of Localization of Function. New York: Macmillan.

6. Turnbull, O. H., Lovett, V. E., Chaldecott, J., & Lucas, M. D. (2014). Reports of intimate touch: Erogenous zones and somatosensory cortical organization. Cortex, 53, 146-154. doi:10.1016/j.cortex.2013.07.010

7. McGlone, F., Wessberg, J., & Olausson, H. (2014). Discriminative and Affective Touch: Sensing and Feeling. Neuron, 82(4), 737-755. doi:10.1016/j.neuron.2014.05.001

8. Harlow, H. F. (1958). The nature of love. American Psychologist, 13(12), 673-685. doi:10.1037/h0047884

9. Field, T. (2010). Touch for socioemotional and physical well-being: A review. Developmental Review, 30(4), 367-383. doi:10.1016/j.dr.2011.01.001

10. Feldman, R., Gordon, I., & Zagoory-Sharon, O. (2011). Maternal and paternal plasma, salivary, and urinary oxytocin and parent-infant synchrony. Developmental Science, 14(4), 752-761. doi:10.1111/j.1467-7687.2010.01021.x

11. Tronick, E., Als, H., Adamson, L., Wise, S., & Brazelton, T. B. (1978). The infant’s response to entrapment between contradictory messages in face-to-face interaction. Journal of the American Academy of Child Psychiatry, 17(1), 1-13. doi:10.1016/s0002-7138(09)62273-1

12. McGuire, R. J., Carlisle, J. M., & Young, B. G. (1964). Sexual deviations as conditioned behaviour: A hypothesis. Behaviour Research and Therapy, 2(2-4), 185-190. doi:10.1016/0005-7967(64)90014-2

13. Rachman, S. (1966). Sexual Fetishism: An Experimental Analogue. The Psychological Record, 16(3), 293-296. doi:10.1007/BF03393671

14. Rachman, S., & Hodgson, R. J. (1968). Experimentally-Induced Sexual Fetishism: Replication and Development. The Psychological Record, 18(1), 25-27. doi:10.1007/BF03393736

15. Brom, M., Both, S., Laan, E., Everaerd, W., & Spinhoven, P. (2014). The role of conditioning, learning and dopamine in sexual behavior. Neuroscience & Biobehavioral Reviews, 38, 38-59. doi:10.1016/j.neubiorev.2013.10.014

16. Hilton, D. L. (2013). Pornography addiction: a supranormal stimulus considered in the context of neuroplasticity. Socioaffective Neuroscience & Psychology. PubMed: 24693354

17. Ince, C., et al. (2024). Problematic pornography use and novel patterns of escalating use. Addictive Behaviors. PubMed: 38761685

18. Negash, S., et al. (2016). Trading Later Rewards for Current Pleasure: Pornography Consumption and Delay Discounting. The Journal of Sex Research. PubMed: 26305628

19. Grubbs, J. B., et al. (2019). Pornography Problems Due to Moral Incongruence. Archives of Sexual Behavior. PubMed: 30076491

20. Efrati, Y. (2019). God, I Can’t Stop Thinking About Sex! The Rebound Effect in Unsuccessful Suppression of Sexual Thoughts. The Journal of Sex Research. PubMed: 29702013

21. Cardoso, J., Ramos, C., Brito, J., & Almeida, T. C. (2022). Predictors of Pornography Use: Difficulties in Emotion Regulation and Loneliness. The Journal of Sexual Medicine. PubMed: 35165051

22. Hallberg, J., Kaldo, V., Arver, S., et al. (2019). A Randomized Controlled Study of Group-Administered Cognitive Behavioral Therapy for Hypersexual Disorder. The Journal of Sexual Medicine. PubMed: 30956109

23. Crosby, J. M., & Twohig, M. P. (2016). Acceptance and Commitment Therapy for Problematic Internet Pornography Use: A Randomized Trial. Behavior Therapy. PubMed: 27157029

Hinweis

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information. Er ersetzt keine medizinische, psychotherapeutische oder rechtliche Beratung im Einzelfall und stellt keine Diagnose. FreiVonX™ bietet Betreuung und Begleitung an, keine Heilbehandlung. Bei anhaltendem Leidensdruck, Verdacht auf eine Verhaltenssucht oder Beziehungsproblemen wende dich an eine qualifizierte Fachperson oder Beratungsstelle.