Ursachen und Entstehung einer Pornosucht / Sexsucht - wenn aus Lust Zwang wird

Inhaltsverzeichnis

Ich selbst bin jahrelang nicht vorwaerts gekommen

Vielleicht hast du es bereits Jahre versucht.

Oder bereits Jahrzehnte.

Vielleicht hast du bereits vieles, gefuehlt alles an Tipps im Internet umgesetzt.

Aber dieses Verlangen nach Pornos geht einfach nicht weg.

Dieses zwanghafte Verlangen nach Sex.

Dieser Zwang, Frauen (oder Maennern) hinterherzuschauen.

Obwohl nach aussen hin alles gut ist in deinem Leben.

Du bist beruflich erfolgreich.

Gesund.

Familie.

Vielleicht Kinder.

Aber da ist noch diese eine Sache.

Diese eine Frage:

Wie bekomme ich diese staendigen Gedanken, diesen Zwang weg?

Und weil du das bisher noch nicht loesen konntest, bist du jetzt bei diesem Artikel gelandet.

Sehr gut.

Denn dieser Artikel wird dir in den naechsten 7 Minuten zeigen, wie du das Problem endgueltig und nachhaltig an der Wurzel loesen kannst.

Aus meiner Erfahrung weiss ich:

Vieles da draussen ist Ablenkung.

Vielleicht sogar Zeitverschwendung.

Es loest das Problem nicht dauerhaft.

Nur das Aufdecken der wahren Ursache wird das Problem dauerhaft loesen.

Ich selbst habe jahrelang versucht, meine Pornografiesucht irgendwie wegzubekommen.

Kalte Duschen.

Psychotherapie.

Verhaltenstherapie.

Meditation.

Fasten.

Journaling.

Trotzdem: Ueber Jahre bin ich nicht von der Stelle gekommen.

Ja, ich habe mal 5 Tage geschafft, 14 Tage, auch mal 30 Tage abstinent zu bleiben.

Aber je laenger ich abstinent war, desto heftiger waren die Porno-Rueckfaelle danach.

Am grundlegenden Verlangen, an meinem grundlegenden Suchtdruck aenderte sich nichts.

Ich schaemte mich dafuer.

Ich fuehlte mich machtlos und hilflos.

Wenn ich abends alleine zuhause war, war das Drehbuch schon geschrieben.

Ich war meiner Sucht ausgeliefert und konnte scheinbar nichts dagegen tun.

Und weil ich so verzweifelt war, tat ich schliesslich etwas, was ich all die Jahre davor (unterbewusst) vermieden hatte.

Etwas, das mich und auch ueber 100 andere Maenner befreit hat.

Doch dazu spaeter mehr.

Uebrigens: Meine ganze Geschichte und wie ich das ganze systematisch geloest habe, erfaehrst du auch in unserem kostenfreien X-Freiheit Blueprint:

In unserer Erfahrung haben Sexsucht und Pornosucht sehr aehnliche Ursachen, weshalb in diesem Artikel beide Suechte gleichgestellt werden.

1. Die emotionalen und sexuellen Ursachen eines gestoerten Sexualverhaltens

Oberflaechlich gesehen dient Pornografie dazu, ein sexuelles Beduerfnis zu befriedigen.

Viele Maenner sagen auch:

  • „Ich habe einfach einen hohen Sexualtrieb.“
  • „Ich bin ein sexueller Typ.“
  • Oder: „Wohin sonst mit meiner ganzen sexuellen Energie?“

In der praktischen Betreuung von Maennern habe ich jedoch folgendes gelernt:

80-90 % aller Rueckfaelle mit Pornografie sind primaer emotional bedingt.

Stress, Einsamkeit, Langeweile oder Ueberforderung spielen eine Rolle.

Dagegen nur 10-20 % aller Rueckfaelle sind primaer sexuell bedingt.

Vielleicht sagst du dir jetzt:

Das ergibt doch gar keinen Sinn!

Nein, ich habe tatsaechlich einen starken Sexualtrieb!

Lass es mich mit folgendem Vergleich erklaeren:

Viele Menschen denken, sie treffen ihre Entscheidungen rational.

Wirklich?

Tatsaechlich stimmt das nicht und wurde in vielen wissenschaftlichen Experimenten widerlegt.

Wir treffen Entscheidungen emotional, und biegen sie dann rational zurecht.

Das heisst, unser Verstand vermarktet dann nur noch im Nachhinein unsere bereits emotional getroffenen Entscheidungen.

Was heisst das in Bezug auf eine Pornosucht?

Der Verstand vermarktet als Ursache den Sexualtrieb.

Die wahre Ursache ist jedoch eine Emotion.

Der Konsum wurde emotional angetrieben und dann durch den Verstand (mit dem Sexualtrieb) vermarktet – zumindest in 80-90 % der Faelle.

Warum vermarktet uns der Verstand den Rueckfall durch unseren eigenen Sexualtrieb?

Stell dir vor, nach jedem Rueckfall wuerde dir dein Verstand das folgende rueckmelden:

  • „Ja, ich hatte Angst, und die Pornos sollten mir Trost spenden. Deswegen habe ich konsumiert“
  • „Ich habe mich verdammt einsam und alleine gelassen gefuehlt, und in den Pornos habe ich Verbundenheit gespuert.“
  • „Ich fuehle mich abgelehnt von meiner Frau, und das frisst mich innerlich auf. In den Pornos werde ich immer angenommen. Dort kann ich fuer einen Moment absolute Harmonie, Frieden und Geborgenheit spueren.“
  • „Auf der Arbeit und auch in der Beziehung mit meiner Frau kann ich vieles nicht einfach frei entscheiden. Das nagt an mir und stresst mich. In den Pornos bin ich fuer einen Moment komplett frei. Ich kann selbst entscheiden und zwischen tausenden Frauen einfach frei auswaehlen.“
  • „Ich trage in meinem Beruf so viel Verantwortung, dort kann ich mal fuer einen Moment wirklich loslassen!“
  • usw.

So ueber sich selbst zu sprechen, wuerde uns verletzlich machen.

Das wollen wir nicht, und zwar um uns selbst zu schuetzen.

Deswegen ist es einfacher zu sagen: „Ich gehe einfach meinem natuerlichen Sexualtrieb nach.“

„Am Sexualtrieb kann man nichts aendern.“

Die Wahrheit wuerde wehtun

Der Haken bei der ganzen Sache:

Der Wahrheit auszuweichen kostet ebenso einen Preis.

Wir koennen das Problem nicht loesen.

Weil wir eben nicht an die wahre Ursache herankommen.

Denn die wahren Ursachen sind wie bereits beschrieben haeufig auf der emotionalen Ebene zu finden.

Aber:

Bevor du diesen Text hier sinnlos weiterliest.

Vielleicht gehoerst du ja zu den Maennern, die Pornografie rein aus sexuellen Gruenden konsumierst.

Bevor wir also mit den Ursachen weitermachen, lass uns einen einfachen Test machen:

Wie fuehlst du dich nach dem Konsum?

Wenn du dich nach dem Konsum mit Masturbation und Ejakulation energiegeladen und positiv fuehlst:

Herzlichen Glueckwunsch, du hast fuer das spezifische Beduerfnis (Sex) eine spezifische valide Handlung ausgefuehrt: Sex.

Pornos sind jedoch auch hier nicht die beste Variante.

Wie waere es mit echtem Sex?

Falls das interessant ist, dann lies bitte hier weiter: Warum Maenner Pornosuechtg werden (Sexuelle Marktwert Theorie)

Wenn du dich dagegen nach dem Konsum eher gedaempfter und schlechter fuehlst, dann haben Beduerfnis und Handlung nicht ganz zusammengepasst.

Vielleicht gab es eine EMOTIONALE Spannung, aber du hast sie ineffektiv versucht zu loesen: Ueber SEX.

Beduerfnis und Strategie/Handlung haben nicht zusammengepasst.

Und das ist eine positive Nachricht.

Weil wir dadurch gewinnen koennen.

Wir koennen dorthin kommen wo die Loesung zur Befreiung versteckt ist.

Denn auf sexueller Ebene kann nichts mit Pornographie mithalten – mehr dazu haben wir in unserem umfassenden Artikel zur Pornosucht geschrieben.

Erst auf der emotionalen Ebene hat Pornografie keine Chance gegen dich – WENN du diese eine Ebene tiefer gehst.

Lies weiter und wir werden das alles aufschluesseln.

Falls du auf Nummer sicher gehen moechtest, ob ueberhaupt eine Sucht vorliegt, kannst du unseren 3-Minuten-Test dazu machen:

2. Was sind die wahren Ursachen einer Sexsucht / Pornosucht?

Im Internet werden viele Ursachen und Ausloeser genannt:

  • fruehkindliche Traumata und unsichere Bindungsmuster
  • Neurobiologische Mechanismen: Wiederholter Konsum aktiviert das Belohnungssystem im Gehirn aehnlich wie bei Substanzabhaengigkeiten
  • Emotionale Dysregulation und psychische Belastung: Pornografie wird genutzt, um negative Emotionen wie Stress oder innere Einsamkeit zu regulieren.
  • Unterbewusste Konflikte mit der eigenen Mutter
  • Ungeloeste Konflikte mit dem Vater
  • blockierende Glaubenssaetze
  • Staendige digitale Verfuegbarkeit, welche exzessiven Konsum foerdern

Ja, das stimmt alles.

Aber loesen diese Erklaerungen das Problem?

Aus der Praxis koennen wir klar sagen:

Nein.

Ich habe ueber 5 Jahre der Fehlversuche, die Arbeit mit hunderten Klienten und ueber 500 Stunden der Recherchen benoetigt, um zu einem tieferen Verstaendnis zu gelangen.

Und das Problem an der Wurzel zu attackieren.

Den Kern einer solchen sexuellen Sucht.

Dazu nehme ich dich in zwei Gespraeche mit, die dir helfen zu verstehen, was wirklich der Kern einer Porno- bzw. Sexsucht ist:

Unterbewusste Unterordnung - die tiefliegende Wurzel der sexuellen Sucht

Vor rund einem Jahr sass ich mit einem unserer Klienten im Gespraech.

Zwei Kinder, erfolgreich im Beruf, sportlich, gutaussehend, verheiratet – und pornosuechtg.

Das letzte Mal Sex mit seiner Frau?

Das war mindestens 2 Jahre her.

Ja, seine Frau waere in den Wechseljahren.

Sie fuehle sich nicht mehr so attraktiv nach der Geburt ihrer Kinder.

Und seitdem die Kinder da waeren, haette es nicht mehr so viel Zeit zu zweit gegeben.

Sie haben sich etwas auseinander gelebt.

„Sex ist nicht mehr so wichtig.“

Was mich stutzig machte: Das Verlangen nach Pornos ist unbaendig.

Und wird in stundenlangen Sessions auch ausgelebt.

Nachts.

Auch unter der Woche, wenn er eigentlich am naechsten Tag um 7 Uhr aufstehen muesste.

Im Bett neben der Frau wird geschaut.

Und dann im Bad weitergemacht.

Andere Szene:

Ich sitze mit einem anderen Mann im Gespraech. Er steht kurz vor der Scheidung.

Nach 25 Jahren Ehe und 4 gemeinsamen Kindern.

Doch die Konflikte in seiner Ehe haben sich immer weiter zugespitzt.

Er fuehlt sich unverstanden, nicht angenommen von ihr.

Er hat das Gefuehl, sie steht nicht mehr richtig hinter ihm.

Die Konflikte rauben ihm seine Kraft und werfen ihn immer wieder aus der Bahn.

Die Zweifel quaelen ihn nachts.

Er moechte einfach nur Frieden, Harmonie und Vertrauen in seiner Beziehung.

Aber weil das so nicht ist, sind die Pornos sein Ventil. Besonders wenn es wieder einen Streit gab.

Und sie? Sie ist verletzt.

Nicht nur durch seinen Konsum.

Sondern besonders wegen seiner Luegen.

Sie hat seinen Konsum immer wieder aufgedeckt – und das trotz seiner Beschwichtigungen, Beteuerungen und Versprechen, damit aufzuhoeren.

Sie liebt ihn, doch kann so nicht mehr weitermachen.

Er liebt sie ja auch, aber warum kann er damit nicht aufhoeren?

Er versteht sich selbst nicht.

Aus diesen beiden Geschichten, koennen wir alle Ursachen-Mechaniken der sexuellen Sucht herauslesen.

Diese werden wir jetzt nacheinander durchgehen:

A1: Sexsucht und Pornosucht - Ursachen in der Kindheit

Wenn wir die Ursachen von Pornosucht ergruenden, muessen wir eine oft unbequeme Wahrheit akzeptieren: Das Problem ist in den seltensten Faellen primaer sexueller Natur. Der zwanghafte Konsum ist nicht die Krankheit selbst, sondern das Symptom einer tiefer liegenden emotionalen Dysbalance.

Um diese zu verstehen, muessen wir zwei Systeme betrachten:

  1. das System, in dem die Sucht notwendig, ja sogar ueberlebensnotwendig wurde: das Familiensystem der Sucht. Innerhalb dieses Systems der Raum, in dem aus dem Familiensystem gefluechtet werden kann: Der Raum der Pornografie.
  2. Das erwachsene System der inneren Freiheit

Diese Systeme sind als Landkarten der Sexsucht in unser Gehirn eingebrannt.

Doch was sind diese beiden Systeme?

Das Fundament: Das Familiensystem der Sucht

Jeder Mensch wird in ein Familiensystem hineingeboren. Dieses System wird von unseren Eltern geformt – einerseits aus Liebe und dem Wunsch, uns zu schuetzen. Andererseits durch ihre eigenen menschlichen Defizite und ungeloesten Themen.

In diesem System lernen wir, welche Teile unserer Persoenlichkeit und welche unserer Gefuehle willkommen sind und welche als „gefaehrlich“ oder „falsch“ gelten.

Kinder sind emotional abhaengig. Sie passen sich an, sie stabilisieren das System, von dem sie abhaengen – auch wenn dieses System ihnen schadet.

Gefuehle wie Wut, Trauer, Scham, Einsamkeit, Angst oder der Wunsch nach Aufmerksamkeit wurden in vielen Familiensystemen nicht liebevoll reguliert, sondern abgewertet, ignoriert oder sogar bestraft.

Das Kind lernt: Dieses Gefuehl ist hier nicht willkommen.

Und was keinen Raum bekommt, verschwindet nicht – es wird nur weggesperrt. Ins Unterbewusstsein. Dort stauen sich die Spannungen, dort beginnt das System der inneren Spaltung.

Der Beginn der Kompensation

Und irgendwann findet das Kind eine Loesung: Kompensation. Erst harmlos – Daumenlutschen, Tagtraeumen, Rueckzug.

Spaeter wird sie koerperlich, intensiv und machtvoll: Masturbation.

Der Raum der Pornografie: Ventil und Bruecke

Um die im Familiensystem aufgebaute, unertraegliche Spannung abzubauen, entdeckt das Kind und spaeter der Erwachsene also eine der wirksamsten Strategien: die Sexualitaet.

Im „Raum der Pornografie“ findet die aufgestaute Energie ein Ventil:

  • Die unterdrueckte Wut kann ins Becken geschoben und hinaus-ejakuliert werden.
  • Die quaelende Einsamkeit wird durch die Illusion von Verbundenheit und Naehe kompensiert.
  • Die Aengste werden durch den scheinbar sicheren und kontrollierbaren Raum der Fantasie betaeubt.

Es ist ein geschlossenes System – entstanden aus den Defiziten der Eltern und den Anpassungsleistungen des Kindes.

Da dieser Prozess im Unterbewusstsein ablaeuft, entzieht er sich der bewussten Kontrolle. Das erklaert das Gefuehl des „Tunnelblicks“, bei dem man wie ferngesteuert handelt und erst danach wieder zu sich kommt, oft voller Scham und Unverstaendnis fuer das eigene Verhalten.

Das liegt nicht an fehlender Willenskraft – sondern daran, dass dein System keine reife Form der Affektregulation gelernt hat.

Du kennst nur zwei Zustaende: innere Spannung – und Entladung. Dazwischen fehlt dir der Raum, bewusst zu steuern.

Doch der Raum der Pornografie ist mehr als nur ein Ventil; er ist eine symbolische Bruecke. Er zeigt uns mit schmerzhafter Klarheit, was in unserem Leben fehlt, und verbindet so unsere Vergangenheit mit unserer Zukunft:

  1. Ein Blick in die Vergangenheit: Die Inhalte und Gefuehle, die wir im Porno suchen, verraten uns exakt, was wir kompensieren. Suchen wir Dominanz, zeigt es uns, wo wir uns machtlos gefuehlt haben. Suchen wir bedingungslose Zuneigung, zeigt es uns, wo wir sie in unserer Kindheit vermisst haben.
  2. Ein Wegweiser fuer die Zukunft: Gleichzeitig offenbart die Fantasie unsere tiefsten, ungelebten Beduerfnisse. Das Unterbewusstsein zeigt uns, wonach wir uns in der realen Welt sehnen. Wenn wir uns beispielsweise im Porno das Gefuehl holen, jede Frau frei auswaehlen zu koennen, dann ist das nicht nur eine perverse Fantasie. Es ist der Ruf unserer Seele nach Freiheit, Selbstbestimmung, Selbstwirksamkeit und Handlungsfaehigkeit im echten Leben.

Der Ausweg: Vom Kind zum Erwachsenen

Die Pornosucht haelt uns im emotionalen Zustand des Kindes gefangen: Wir suchen nach Sicherheit in einem bekannten, wenn auch toxischen System und bleiben von externer Regulation abhaengig.

Viele Maenner uebertragen beispielsweise das alte System heute auf ihre Beziehungen.

Sie machen die Partnerin – ohne es zu merken – zur Stellvertreterin der Mutter. Die Partnerin wird zur Instanz, die bewertet, reguliert, Grenzen setzt – genau wie damals.

Gleichzeitig werden Kindheitserfahrungen auf sie projiziert und es wird mit denselben Mechanismen wie damals reagiert – als Kind (Erektionsprobleme, Trotz, Unterordnung).

Die wirkliche Loesung liegt nicht darin, das Symptom mit Willenskraft zu bekaempfen.

Also das alte System veraendern zu wollen – sondern darin, auszusteigen, das Spiel nicht laenger mitzuspielen.

Das alte System innerlich zu verlassen und in den Zustand des Erwachsenen ueberzuwechseln. Das bedeutet:

  • Freiheit zu waehlen, anstatt zwanghaft zu reagieren.
  • Die Verantwortung fuer die eigenen Gefuehle zu uebernehmen und zu lernen, sie selbst zu regulieren, anstatt sie zu betaeuben.
  • Den Mut zu haben, die vertraute, aber schmerzhafte Komfortzone zu verlassen und die Unsicherheit des Unbekannten in Kauf zu nehmen.

Der Weg aus der Sucht ist somit ein Prozess des emotionalen Nachreifens. Er erfordert, die verdraengten Gefuehle bewusst wahrzunehmen, ihre Botschaft zu verstehen und neue, gesunde Wege zu finden, um die dahinterliegenden Beduerfnisse in der realen Welt zu erfuellen.

Der Weg in das freie System

Gefuehle zulassen ist kein Rueckschritt. Es ist der erste erwachsene Schritt.

Dazu gehoert auch, dich um dein inneres Kind zu kuemmern – jenen Teil in dir, der damals allein war.

Wenn du das nicht tust, wenn du seine Beduerfnisse weiterhin ignorierst, dann wird es dich immer wieder zurueckziehen – in das alte Familiensystem.

Denn dann brauchst du wieder ihre „gewohnte Regulation und Kompensation“.

Und damit die Sucht.

Freiheit heisst nicht, niemanden mehr zu brauchen. Freiheit heisst: Du bist selbst verantwortlich fuer deine Fuersorge.

Solange du darauf wartest, dass jemand anderes sich um dich kuemmert – eine Partnerin, dein Vater, deine Mutter oder sogar ein Coach – solange bleibst du in Abhaengigkeit.

Und mit der Abhaengigkeit kommt das alte System zurueck.

Und dann ist es auch entscheidend, wie du dich abgrenzt.

Viele Maenner reagieren irgendwann trotzig: „Ich hab keinen Bock mehr.“ Sie rebellieren, brechen Kontakt ab, schlagen um sich.

Doch das ist keine erwachsene Abgrenzung – das ist pubertaerer Widerstand. Erwachsen und damit frei ist es, wenn du aus einer Meta-Perspektive sagen kannst:

„Ich sehe, dass das System (…), das ich mit dir aufrechterhalte, fuer uns beide nicht gesund ist. Ich waehle etwas anderes. Ich lade dich ein, mit mir zu kommen.“

Das ist der Unterschied. Und das ist auch der Moment, wo die Sucht ihren Boden verliert.

A2: Dopamin Sexsucht - Die Ursachenmechanik der fehlgeleiteten biologischen Dringlichkeit

Kommen wir jetzt zur 2. Ursachenmechanik, die wir in der Therapie mit ueber 200 Maennern (und Gespraechen mit ueber 1.000 Maennern) gefunden haben:

Die Fehlnutzung des Prinzips der biologischen Dringlichkeit.

Was bedeutet das?

Unser Koerper ist ueber unsere Evolutionsgeschichte vom Einzeller (vor etwa 3,5 Mrd. Jahren) bis zum Menschen (vor ca. 300.000 Jahren) immer komplexer geworden. Und damit immer Energie-hungriger.

Das wurde irgendwann zu viel. Zu viel Organe und Zellen, die Energie zehrten.

Die Loesung? In unserem Gehirn hat sich eine Energie-Schaltzentrale gebildet: Der Hypothalamus.

Dieser hat die knappe Gesamtenergie rationiert. Er gibt Energie nur selektiv frei – und zwar dort, wo Dringlichkeit besteht.

Andernfalls bleibt er sparsam: keine verschwendeten Kalorien, keine ungenutzte Leistungsbereitschaft.

Denn wuerden alle unsere Koerpersysteme und Koerperzellen gleichzeitig voll mit Energie versorgt werden, wuerde uns das ca. 5.000 kCal/Tag, eine durchgaengig erhoehte Herzfrequenz und einen deutlich gesteigerten Blutdruck kosten.

Trotzdem ist der Grundumsatz eines gesunden, untrainierten Mannes bei „nur“ bei ca. 1.800 kCal/Tag.

Unser ganzer Koerper wird also nicht immer mit Energie versorgt.

Unser System gibt einem Koerpersystem also nur Energie frei, wenn Dringlichkeit oder, wenn es nichts dringliches gibt, Wichtigkeit besteht.

Es folgt also dem „Prinzip der biologischen Dringlichkeit“.

Was ist fuer unseren Koerper wichtig oder dringend?

Biologisch priorisiert unser System vier Zielbereiche:

  1. Persoenliches Ueberleben (Ueberlebensdringlichkeit)
  2. Reproduktion (Fortpflanzungsdringlichkeit)
  3. Gruppen-Ueberleben / Krankheitsverhalten (sozial-altruistische Dringlichkeit)
  4. Persoenliches Wachstum (selbstentfaltende Wichtigkeit)

Weil eben unser System nicht alle Ziele simultan bedienen kann (das wuerde 5.000 kCal/Tag kosten), priorisiert es folgendermassen:

  • Zuerst die wirklich dringenden Aufgaben (Ueberleben, Fortpflanzung, Schutz der Gruppe)
  • Dann die wichtigen, aber weniger akuten (Wachstum, Lernen)

Und das alles hat ueber Jahrmillionen auch wunderbar funktioniert.

Unser Koerper konnte flexibel zwischen allen 4 Quadranten rotieren.

Bis Pornografie mittels sog. supranatureller Stimuli alles je da gewesene in den Schatten gestellt hat.

Und von da an weltweit Maenner pornosuechtg gemacht hat.

Warum fuehrt Pornografie in die Fehlnutzung dieses Prinzips?

Weise wechseln wir flexibel zwischen den vier Quadranten hin und her. Problem wird es, wenn chronisch einer dominiert. Dann werden wir chronisch krank, haben Nebenwirkungen.

Pornokonsum setzt mittels der supranaturellen Stimuli die Fortpflanzungsdringlichkeit kuenstlich hoch.

Folge: Andere dringende Prozesse (z. B. Immunsystem-Aktivierung bei Krankheit, soziale Fuersorge fuer die Gruppe) werden zurueckgestellt oder vernachlaessigt. Das System geraet aus dem Gleichgewicht.

Die gekippte Balance: Wie Pornosucht Dopamin und Testosteron beeinflusst

Um die biologische Sogwirkung von Pornosucht noch tiefer zu verstehen, ist ein Blick auf zwei entscheidende Botenstoffe und Hormone in Deinem Koerper unerlaelich: Dopamin und Testosteron.

DOPAMIN: Dopamin, oft als „Gluecks- oder Belohnungshormon“ bezeichnet, spielt eine Schluesselrolle. Dopamin feuert sowohl vor (Vorfreude, „seeking“-Phase) als auch beim Eintreffen der Belohnung („reward“-Phase). Entscheidend ist der Reward-Prediction-Error-Impuls: dieser ist groesser, wenn das Ergebnis noch ungewiss ist. Ein Mechanismus, den Pornos perfekt bedienen. Pornoseiten sind wie Gluecksspiele aufgebaut. Dopamin sagt beim Blick auf eine Pornoseite: Da vorne koennte es sich lohnen – pruefe es! und belohnt anschliessend das (fast sofortige) Erfolgserlebnis.

TESTOSTERON: Testosteron steigt dagegen in der Aussicht von weiter in der Zukunft liegenden Belohnungen. Also akut bei Herausforderungen und Wettbewerbssignalen. Es sinkt auch wieder, wenn eine Belohnung unerreichbar erscheint. Testosteron verleiht also Drive, Staerke und Risikobereitschaft, wenn eine Belohnung in der Zukunft erreichbar ist.

Genau hier liegt bei Pornosucht das Kernproblem. Das natuerliche Gleichgewicht zwischen dem auf sofortige Belohnung ausgerichteten Dopaminsystem und dem auf langfristigen Antrieb und Herausforderung ausgelegten Testosteronsystem kippt.

Pornografie bietet durch ihre staendige Verfuegbarkeit und die supranaturellen Reize eine endlose Schleife schneller, intensiver Dopamin-Kicks ohne nennenswerte reale Anstrengung oder Herausforderung.

Studien deuten folgerichtig darauf hin, dass die durchschnittlichen Testosteronwerte bei Maennern in westlichen Laendern seit Jahrzehnten tendenziell sinken.

Quelle: Travison, Thomas G et al. „A population-level decline in serum testosterone levels in American men.“ The Journal of clinical endocrinology and metabolism vol. 92,1 (2007): 196-202.

Ein Erklaerungsansatz fuer diesen Testosteron-Rueckgang ist der moderne Lebensstil, der viele urspruengliche „Anstrengungs-Belohnungs-Zyklen“ verkuerzt oder eliminiert hat. Belohnung wird immer schneller zugaenglich:

  • Nahrung: Sofortige Verfuegbarkeit von hochkalorischer Nahrung (Fast Food, Lieferdienste) ersetzt oft das Jagen oder die aufwendige Zubereitung.
  • Soziale und sexuelle Interaktion: Oberflaechliche Kontakte und sexuelle Reize sind ueber Apps und Pornos permanent verfuegbar.
  • Information und Unterhaltung: Wissen und Zerstreuung sind nur einen Klick entfernt.
  • Komfort und Stressregulation: Physische Anstrengung wird oft vermieden, innere Spannungen werden durch schnelle digitale Ablenkung betaeubt.

Es gibt noch viele weitere Beispiele fuer diese Entwicklung:

  • Statt einkaufen und kochen zu muessen, kann Essen geliefert werden oder Fastfood gegessen werden
  • Statt eine Frau ansprechen zu muessen, kann Online Dating oder Pornografie genutzt werden
  • Statt Wissen muehsam durch Buecher zu erwerben, kann per Smartphone sofort gegoogelt werden
  • Statt Holz zu suchen oder schlagen zu muessen, kann per Knopfdruck geheizt werden
  • Statt schwitzen zu muessen, wird per Knopfdruck die Klimaanlage angeschaltet
  • Statt sich zu einem Ort bewegen zu muessen, kann das Auto oder ein Uber genommen werden
  • Statt sich mit inneren Spannungen auseinanderzusetzen, kann durch Dauerkonsum von Social Media dauerhaft Ablenkung geschaffen werden
  • Statt echten Konflikten ins Auge zu sehen, kann blockiert, ignoriert oder „geghostet“ werden
  • Statt sich durch Frustration emotional hindurchzuarbeiten, kann mit einem Klick ein Dopamin-Kick durch Online-Shopping oder Gaming erzeugt werden
  • Statt sich mit unangenehmen Gedanken allein zu befassen, wird permanent Musik, Podcast oder Geraeuschkulisse eingeschaltet
  • Statt eine eigene Identitaet durch Herausforderung und Werte zu formen, kann durch Online-Avatare ein fertiges Selbstbild uebernommen werden

Die Anstrengung vor der Belohnung wird durch die fortschreitende kulturelle Entwicklung immer kuerzer.

Der moderne maennliche Organismus erhaelt das Signal: Der Energie-aufwaendige Testosteron-Stoffwechsel kann ohne sofortige negative Konsequenz gekuerzt werden. Der Fokus verschiebt sich auf das schnelle Dopamin.

Das Gleichgewicht von Testosteron und Dopamin wiederherstellen

Niemand hindert uns heute daran, auf der Neurotransmitter-Ebene immer sofort alle Belohnungen zu bekommen.

Ich wurde von einer Frau abgelehnt? Sofort den Schmerz mit Pornos betaeuben!

Es gab einen Konflikt auf der Arbeit? Schnell auf Social Media gehen!

Wir duerfen hier lernen, weise vorzugehen. Und dem Namen, den wir uns selbst gegeben haben (homo sapiens, der weise Mensch), gerecht werden.

Obwohl die Moeglichkeit zur sofortigen Belohnung besteht, denken wir langfristig.

Die Therapie der A2-Ursache

Die Loesung der A2-Ursache ist die Gestaltung deiner Umwelt zu deinen mittel- und langfristigen Gunsten.

Gestalte deine Umwelt so, wie sie deinem erwachsenen Ich entspricht – und nicht mehr wie sie deinem kindlichen Ich entspricht.

Gehe also strategisch intelligent vor: Reduziere bzw. eliminiere die Konfrontation mit Umweltreizen, die dich permanent in die „dringenden“ Quadranten bringen.

So wirst du mehr Zeit im „wichtigen“ Quadranten oben rechts verbringen koennen. Deine Lebenszufriedenheit wird spuerbar steigen.

Moegliche Impulse zur Regulierung des A2-Bausteins:

  • Morgendliches Tageslicht / Sonnenaufgang – Serotonin-Bildung, 10 min. taeglich
  • 120 Sekunden Zukunftsschreiben – Zielklarheit, Fokus (Testosteron): „Welche Entscheidung heute zahlt sich erst in 3-6 Monaten aus – und was ist mein kleinster moeglicher Schritt heute?“
  • Bewegung vor Belohnung – Konditionierung der Verknuepfung von Aufwand und Belohnung, beispielsweise 10 Liegestuetze vor jedem Griff zum Handy fuer 7 Tage
  • Kalte Dusche zum Schluss – Noradrenalin, Stressresistenz, Maennlichkeitsgefuehl
  • Protein-Priming – Bessere Naehrstoffbasis fuer Testosteron: 20 Eier vorkochen; vor jedem ungesunden Essen ein Stueck Gemuese + ein Ei essen
  • 5 Minuten nichts tun – Impulskontrolle, innere Ruhe: Taeglich kein Scrollen, kein Lesen – einfach nur atmen, aus dem Fenster schauen oder sitzen.

Die Frage die sich daran anschliesst ist natuerlich auch:

Warum benoetige ich diese staendigen starken Dopamin-Reize?

Warum sabotiere ich mich darin, meinen Dopamin-/Testosteron-System gesunden zu lassen?

Was ist mein emotionaler Vorteil davon?

Und das fuehrt uns schon zur naechsten Ursache einer Porno-/Sexsucht:

A3: Beduerftigkeit nach weiblicher Zuneigung und Umgang mit Ablehnung

Wir Menschen tragen oft zwei tief sitzende Grundaengste in uns: die Angst vor dem Tod und, paradoxerweise, die Angst vor dem Leben.

Wirklich zu leben bedeutet, das Leben in seiner vollen Intensitaet wirklich zu spueren – mit all seinen Hoehen und Tiefen, seiner Freude und seinem Schmerz.

Diese Aengste sind voellig normal und menschlich. Doch genau diese tiefen Aengste koennen uns dazu bringen, unbewusst innere Unfreiheit und die negativen Folgen einer Sucht zu akzeptieren.

Die Sucht wird dann zum vermeintlichen Schutzraum, trotz ihrer zerstoererischen Nebenwirkungen wie:

  • das Gefuehl von Abhaengigkeit
  • das Gefuehl von Unfreiheit
  • das Gefuehl, keine eigene Kontrolle zu haben
  • die Schuldgefuehle
  • die Abstumpfung
  • die Sinnlosigkeit

Emotionale Beduerfnisse in weiblicher Energie (empfangend, beziehungsorientiert)

  • Geborgenheit – Das Gefuehl, sicher gehalten zu sein
  • Annahme – Geliebt werden – einfach so, ohne sich verstellen zu muessen
  • Zaertlichkeit – Sanfte, weiche Naehe zulassen und empfangen duerfen
  • Gesehenwerden – In der eigenen Gefuehlswelt wahrgenommen werden
  • Verbindung – Tiefe emotionale Resonanz mit einem Gegenueber
  • Vertrauen – Sich fallenlassen koennen, ohne Angst vor Verletzung
  • Zugehoerigkeit – Teil eines (emotionalen) Ganzen sein
  • Empfaenglichkeit – Das Beduerfnis, nicht leisten zu muessen, sondern „sein“ zu duerfen und versorgt zu sein
  • Verstaendnis – Obwohl das Problem nicht geloest ist, gefuehlt und mitgetragen zu werden

Emotionale Beduerfnisse in maennlicher Energie (zielgerichtet, strukturierend)

  • Stolz – Das Gefuehl, etwas geschafft und sich bewiesen zu haben
  • Anerkennung – Fuer Einsatz, Mut oder Leistung gesehen werden
  • Freiheit – Unabhaengig handeln und Raum fuer sich haben
  • Wirksamkeit – Einfluss auf Welt oder eine Beziehung nehmen koennen
  • Respekt – Gewuerdigt werden
  • Sinn – Ein Ziel verfolgen, das ueber das eigene Ego hinausgeht
  • Kontrolle – Ordnung, Ueberblick, Richtung behalten
  • Durchsetzung – Sich im Widerstand spueren und behaupten duerfen
  • Stabilitaet – Nicht nur stark wirken, sondern innerlich stark und stabil sein
  • Verantwortung – Fuer andere sorgen duerfen

Wenn das Beduerfnis nach weiblicher Energie uns am Erwachsen-werden hindert

Viele Maenner bleiben dann genau auf dieser Stufe stehen: Es ist, als ob ein Teil von uns auf einer frueheren Entwicklungsstufe emotional stehen bleibt und weiterhin auf kindliche Weise nach Erfuellung sucht.

Wenn dieser Schritt fehlt, sucht der Mann spaeter moeglicherweise in Pornos die bedingungslose Annahme, die er als Kind vermisst hat.

Wichtig zu verstehen: auch ein pubertierender, und spaeter auch ein erwachsener Mann, hat unveraendert die gleichen Beduerfnisse. Nur, die Quelle aendert sich.

Der Pubertierende loest sich von seiner Mutter, und sucht nach einer neuen Quelle.

Der wahrlich erwachsene Mann, hat sie bereits gefunden.

Und hier kommt der Vater des Jungen ins Spiel. Im idealen Szenario „reisst“ er den Jungen aus dem Schoss der Mutter und fuehrt ihn hinaus in die Welt.

Was passiert, wenn der Vater diese Rolle nicht ausfuellen konnte? Vielleicht weil er selbst – oft unbewusst – mit eigenen ungeloesten Themen kaempfte oder eine aehnliche Praegung erfuhr?

Ein Mann, der diese emotionale Unabhaengigkeit nie entwickelt hat, bleibt anfaellig fuer eine Abhaengigkeit von aeusserer Bestaetigung – durch Sex oder, wenn die Angst vor Ablehnung im realen Leben zu gross ist, durch Pornos.

Der Preis fuer die Sexsucht

  • Manipulierbarkeit durchs Begehren – sexuelle Bestaetigung lenkt Entscheidungen.
  • Selbstverrat und Drama – Handlungen wider eigene Werte, staendiges Konflikt-Chaos.
  • Gesundheits- und Reputationsrisiko – STI, Affaeren, beruflicher Schaden.
  • Energie-Drain – koerperliche Erschoepfung plus emotionaler Stress nach jedem Akt.
  • Fremdbestimmtes Selbstwertgefuehl – Wert wird an „begehrt werden“ geknuepft, innere Stabilitaet geht verloren.

Der Preis fuer die Pornosucht

  • Ablehnungsfreie Reizung – Belohnung ohne Mut oder soziale Kompetenz.
  • Voyeur-Modus statt Koerperpraesenz – man wird Beobachter, nicht Akteur.
  • Dopamin-Ueberflutung – hohe Stimulation, aber kaum Testosteron-Drive; Motivation fuer reale Ziele sinkt.
  • Steigende Reizschwelle – immer extremere Szenarien noetig, Alltagserotik wird uninteressant.
  • Zeit- und Aufmerksamkeitsverlust – Scrollen ersetzt Flow, Bindungsfaehigkeit verkuemmert.

Leider mussten wir auch feststellen, dass z.T. auch hochreligioese Maenner in die kostenfreien Digitalen Sprechstunden kommen und hierfuer keine Loesung gefunden haben. Die Quelle haben sie noch nicht erschlossen.

Die Therapie eines A3-Defizits

Um die Beduerftigkeit von weiblicher Energie („Ich brauche es, ohne das halte ich es nicht aus“) zu reduzieren, ist es elementar, die kindliche Kompensation zu beenden.

Statt Kompensation der Gefuehle benoetigen wir ein Neu-Erlernen einer gesunden, erwachsenen Regulation.

Das Erlernen der emotionalen Regulation auf erwachsene Art und Weise benoetigt Uebung, ist aber ueber die Zeit recht zuverlaessig zu erreichen und zu festigen.

A3-Zusammenfassung: Vom beduerftigen Jungen zum emotional erwachsenen Mann

Die Wurzel des A3-Problems liegt oft in einer unvollstaendig abgeschlossenen emotionalen Entwicklung. Diese fuehrt zu einer uebermaessigen Beduerftigkeit nach aeusserer weiblicher Zuneigung und einer Unfaehigkeit, Ablehnung gesund zu verarbeiten.

Die Loesung liegt darin, diese kindlichen Kompensationsmuster zu beenden, emotionale Reife nachzuholen und zu lernen, sich selbst und anderen auf eine gesunde, unabhaengige Weise Halt und Naehe zu geben.

Das Ergebnis ist innere Freiheit und die Faehigkeit zu echten, naehrenden Beziehungen.

Der Koerper sucht Regulation.
Die Seele sucht Naehe.
Der Geist sucht Halt.
– und findet eine Frau, die all das scheinbar in einem Moment gibt.

Aber was sie gibt, ist nicht das Problem
was er sucht, ohne es zu erkennen, das macht ihn schwach.

Das sind die Vorteile der Loesung des A3-Bausteins:

  1. Innere Unabhaengigkeit – Eigenes Wohlbefinden haengt nicht mehr von Reizen oder Bestaetigung ab.
  2. Klarer Werte-Kompass – Entscheidungen stimmen mit deinen Prinzipien ueberein; Manipulationsversuche durch Frauen prallen ab.
  3. Mehr Lebensenergie und Fokus – Testosteron-Drive fliesst in Projekte, Koerperpflege und echte Ziele.
  4. „Vater-Position“ – Du gibst Halt, verlierst dich nicht hilflos im Meer der Emotionen deiner Partnerin, sondern kannst ihr selbst und auch deinen Kindern Halt geben.
  5. Natuerliche Anziehung und erfuellender Sex – Nicht fordern, sondern waehlen – Spannung entsteht von selbst, Sexualitaet naehrt statt entleert.
  6. Tiefere Bindungsfaehigkeit – Echte Intimitaet ersetzt Ersatz-Stimuli; Partnerschaft wird stabil und ehrlich.
  7. Zeit- und Aufmerksamkeitsgewinn – Freie Stunden fuer Freunde, Kreativitaet und Wachstum – Leben wird proaktiv gestaltet.

Ergebnis: Vom beduerftigen Jungen zum verankerten Mann.

A4: Die Ursache einer Pornosucht auf der Motivations- und Mental-Ebene

Wenn die tieferliegenden Ursachen aus A1 bis A3 erkannt und bearbeitet sind; also die unbewussten Muster Deiner ‚Landkarte‘, die fehlgeleitete biologische Dringlichkeit und die ungestillten emotionalen Beduerfnisse…

dann betreten wir eine neue Ebene der Betrachtung:

Deine bewusste Entscheidung und mentale Ausrichtung.

In unserer Pyramide der Suchtursachen ruecken wir eine Stufe weiter nach oben.

Was akzeptiere ich in meinem Leben?

Wer Pornos akzeptiert, tauscht echte Intimitaet gegen staendig neue Dopamin-Spitzen ein – das Belohnungssystem stumpft ab und macht Tiefe und echte Intimitaet unattraktiv.

Wer Bordell-Sex akzeptiert, verwehrt sich den Zugang zu persoenlichem Wachstum als Mann. Denn es ist Reibung und Widerstaende, an der maennliche Staerke waechst – ohne Risiko keine Testosteron-Herausforderung, ohne Herausforderung kein inneres Wachstum.

Wer Livecams und Sexchats akzeptiert, fuettert einseitig sein Dopaminsystem, verwehrt sich aber den Zugang zu echter Aufmerksamkeit und Liebe – sein Oxytocin-System verhungert.

Diese Formen des ‚Akzeptierens‘ stehen oft im Widerspruch zu dem, was sich ein Mann im tiefsten Inneren fuer sein Leben wuenscht: echte Verbindung, Selbstachtung, persoenliches Wachstum und eine Sexualitaet, die naehrt statt auszehrt.

Es ist also nicht nur eine Frage dessen, was Du akzeptierst, sondern auch, welchen Wert Du Dir selbst und Deinen tiefsten Beduerfnissen beimisst.

Am Ende entscheidet jeder Mann, was er zulaesst – und was er sich damit gleichzeitig verwehrt.

Um den Maennern hier zu helfen, ist es hilfreich, bestimmte Glaubenssaetze zu installieren. Diese Saetze helfen Dir, Deine mentale Ausrichtung aktiv zu gestalten. Sie werden zu inneren Ankern. Du wiederholst sie. Du fuehlst ihre Bedeutung. So werden sie nach und nach zu einem natuerlichen Teil Deines Denkens. Sie ueberschreiben alte, nicht mehr hilfreiche Ueberzeugungen.

Einige Beispiele fuer solche kraftvollen Glaubenssaetze:

  • „Mein Sperma/meine Energie gehoert mir“: Ich entscheide, wann und wofuer ich meine Schoepfungskraft einsetze.
  • „Jetzt wird es interessant“: Sobald Versuchung auftaucht, beginnt das Spiel, in dem ich wahre Staerke zeigen kann.
  • „Jetzt ist entscheidend – es ist noch nichts verloren“: Jeder Moment ist eine neue Startlinie, kein Urteilsspruch.

Du bist frei. Wofuer entscheidest du dich?

A5: Die Ursache des Defizits auf den weiteren Ebenen der sexuellen Sucht-Immunitaet

Wir von FreiVonX haben das Modell der Sexsucht- bzw. Porno-Freiheit entwickelt, dessen Bausteine A1 bis A4 wir bereits besprochen haben.

Doch bei vielen Maennern liegt eine weitere wichtige Ursache fuer sexuelle Sucht in einem Defizit auf dem, was wir die sexuell-energetische Ebene und die damit eng verbundene Beziehungsebene nennen.

Was ist damit gemeint?

Es geht darum, wie Du Deinen natuerlichen sexuellen Druck und Deine Lebensenergie (oft als „sexuelle Energie“ empfunden) auf eine gesunde und authentische Weise zum Ausdruck bringst.

Viele Maenner haben nie gelernt, diese kraftvolle Energie konstruktiv zu kanalisieren und in ihren Beziehungen – sowohl sexuell als auch emotional – echt und verletzlich zu kommunizieren.

Das Kernproblem auf dieser Ebene ist oft:

  • Angst vor Ablehnung und Verurteilung: Die Furcht, fuer die eigenen sexuellen Wuensche oder emotionalen Beduerfnisse kritisiert oder zurueckgewiesen zu werden, fuehrt dazu, dass diese Energie unterdrueckt oder auf „sichere“, aber unbefriedigende Ventile wie Pornos umgeleitet wird.
  • Unausgedrueckte Emotionen und Beduerfnisse in Beziehungen: Statt sexuellen Druck oder das Beduerfnis nach Naehe, Liebe und Anerkennung offen und ehrlich dem Partner gegenueber zu kommunizieren, staut sich die Energie an oder sucht sich den scheinbar widerstandslosen Weg ueber die Sucht.
  • Fehlende Verbindung zwischen Sexualitaet und Emotion: Die sexuelle Energie wird vom Herzen und vom authentischen verbalen Ausdruck abgekoppelt. Sex wird dann rein koerperlich oder triebhaft erlebt. Bei Frauen, die der Mann vom Herzen liebt, laesst er entweder emotional nicht an sich heran oder kann keine Sexualitaet mit ihr aufbauen (Friendzone, sexuelle Funktionsprobleme wie pornobedingte Erektionsprobleme etc.). Herz und Sex kann nicht zusammengebracht werden.

Die Loesung auf dieser Ebene liegt darin, neue Faehigkeiten zu entwickeln:

  1. Finde den Mut zum echten Ausdruck: Lerne, Deine sexuellen und emotionalen Beduerfnisse klar und respektvoll zu kommunizieren. Tue dies ohne staendige Angst vor Verurteilung.
  2. Verbinde Herz, Worte und Sexualitaet: Integriere Deine tiefen Gefuehle (Herz) und Deine ehrliche Kommunikation (Worte) mit Deinem sexuellen Erleben (Koerper). Eine so gelebte Sexualitaet ist naehrend und wirkt der Sucht entgegen.
  3. Ueberwinde die Angst vor Ablehnung: Arbeite aktiv an dieser Angst. Dein Wert als Mensch haengt nicht davon ab, ob jede Initiative immer positiv beantwortet wird.

Der Baustein „Sexuell-energetische Ebene“ in unserem FreiVonX Therapieprogramm zielt darauf ab, genau diese Faehigkeiten zu entwickeln und die Blockaden zu loesen. Damit die Integration von Worten, Herz und Sexualitaet wieder gelingt.

Wie erfolgsversprechend ist das Arbeiten mit dem Aufloesen der sexuellen Suchtursachen?

Doch wie valide und erfolgversprechend ist dieser Ansatz von FreiVonX?

Hier bewerten und vergleichen wir die FreiVonX Sexsucht / Pornosucht Therapie mit anderen Anbietern.

3. Wie die Sexuelle Sucht an der Wurzel geloest wird: Die genaue Ursache herausfinden

Vor Beginn einer Pornosucht Therapie muessen die genauen Ursachen klar sein.

Welcher Baustein Deiner Freiheit weist Defizite auf?

Wo liegen bei Dir die Knackpunkte?

Anhand der folgenden Fragen kannst du hier eine erste Einschaetzung erhalten:

A1-Defizit (Innere Unfreiheit):

  • Fuehlst du dich deiner Partnerin bzw. deiner Mutter untergeordnet, gleichgeordnet oder uebergeordnet? – Ein vorwiegend untergeordnetes Selbstgefuehl weist auf Defizite hin.
  • Hast du Schwierigkeiten, eigene Wuensche klar zu aeussern? – Widerstaende hier deuten auf Defizite hin.

A2-Defizit (Defizite auf der Strategie Ebene):

  • Wie viele Sekunden vergehen vom ersten Gedanken bis zum tatsaechlichen Konsum? – Eine sehr kurze Latenzzeit weist auf Defizite hin.
  • Wie oft am Tag musst du bewusst „Nein“ sagen, um einen Rueckfall zu verhindern? – Viele aktive Abwehrhandlungen deuten auf Defizite hin.
  • Hast du ein konkretes, effektives Sofort-Protokoll fuer Trigger-Situationen? – Ein Nein weist gleichzeitig auch auf Defizite hin.

A3-Defizit (Defizite auf der Beduerfnis Ebene):

  • Spuerst du koerperliche Anspannung, die du ohne unmittelbare Entladung kaum aushaeltst?Hohe Anspannung bei laengerer Abstinenz deutet auf Defizite hin.
  • Masturbation und Ejakulation wird genutzt um schlechte Gefuehle „wegzubekommen“? – Regelmaessiges Gefuehls-Wegdruecken deutet auf Defizite hin.
  • Abstinenz vom Konsum sorgt fuer Unruhe, Unausgeglichenheit und Gereiztheit? – Starke Entzugssymptome deuten auf Defizite hin.
  • Kannst du Stress koerperlich regulieren (Atem, Bewegung oder innere emotionale Regulation) ohne sexuelle Entladung? – Schwierigkeiten hier deuten auf Defizite hin.

A4-Defizit (Defizite auf der Mentalen Ebene):

  • Bewegen sich die Rueckfaelle in einer Frequenz von mehrmals pro Tag bzw. in naechtlangen exzessiven Sessions? – Sehr hohe Frequenzen und Exzesse koennen auf Defizite auf dieser Ebene hinweisen.
  • Wenn es hart auf hart kommt, ist es wie als ob ich machtlos bin, ich erliege dem Verlangen und werde rueckfaellig. – Ein Ja ist auch ein Hinweis auf ein Defizit auf dieser Ebene.
  • Arbeitest du mit Techniken wie „Urge Surfing“ oder kognitiver Umstrukturierung? – Das Auslassen grundlegender Moeglichkeiten zur mentalen Staerkung bedingt Defizite auf dieser Ebene.

A5-Defizit (Defizite auf der Sexuell-energetischen Ebene):

  • Wird Pornokonsum sofort interessant, sobald du allein bist? – Sofortiges Verlangen in Einsamkeit deutet auf Defizite hin.
  • Suchst du Pornos, weil dir Erfuellung und Flow-Erlebnisse in Beruf, Hobbies und Familie fehlt? – Kompensation mangelnder Erfuellung deutet auf Defizite hin.
  • Findest du in Pornos Gefuehle, die du sonst nicht fuehlen kannst? – Suche nach exklusiv pornografischen Gefuehlen deutet auf Defizite hin.
  • Ist der Reiz von Pornos so stark, dass das echte Leben kaum mithalten kann? – Uebermaechtigr Porno-Reiz deutet auf Defizite hin.
  • Lebst du eine erfuellende Sexualitaet mit realen Partnern oder bleibt sie fantasie-zentriert? – Ein Mangel hier kann Defizite auf dieser Ebene bedingen.

4. Der Therapeutische Ansatz: Wie die sexuelle Sucht an der Wurzel geloest werden kann

Die Loesung aller Ursachen hat eines gemeinsam:

Sie erfordert Deinen Mut.

Den Schritt aus der Komfortzone.

Es sind keine Pornosucht-Blocker, die die Freiheit garantieren.

Es sind keine Tasten-Handys, die dich befreien.

Es ist deine eigene Entscheidung.

Den Mut, das alte Gefaengnis der Sucht zu verlassen.

Sich Hilfe bei einer geeigneten Anlaufstelle zu suchen, erfordert ebenfalls Mut.

Wir wissen aus eigener Erfahrung, wie gross diese Ueberwindung sein kann.

Deshalb haben wir eine einfache Moeglichkeit fuer Dich geschaffen.

Du hast bis hierhin gelesen.

Also scheinst du es ernst zu meinen, dich zu befreien.

Vielleicht braucht es nur einen kleinen Ruck.

Deshalb kannst du jetzt kostenfrei an einer Digitalen Sprechstunde teilnehmen:

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Eine solche Sprechstunde kann ein erster grosser Schritt sein, die Ursachen weiter einzugrenzen und zu ermitteln.

Das spezifische Arbeiten an den individuell relevanten Ursachen der Sucht ist die absolute Basis, das Thema dauerhaft zu loesen und gesunde Verhaltensmuster zu entwickeln.

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